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Pflegende Angehörige benötigen mehr psychische Hilfe

Pflegende Angehörige vernachlässigen ihre eigene psychische Gesundheit, wenn sie teils rund um die Uhr für einen geliebten Menschen da sind. Dies geht aus einer Auswertung von Studien mit mehr als 81000 pflegenden Angehörigen hervor.

21.09.2026
Lesezeit: 2 min
istock, Pornpak Khunatorn

So wünscht sich beispielsweise jede dritte pflegende Person eine Beratung über Hilfen, aber weniger als jede sechste nahm sie tatsächlich in Anspruch, wie es in der Fachzeitschrift «Psychology
& Health» heisst. Benötigt wird nach Angaben der Betroffenen Unterstützung etwa beim Umgang mit Verlust, Ungewissheit und Schuldgefühlen.

«Pflegende Angehörige neigen dazu, die Bedürfnisse der von ihnen betreuten Person über ihre eigenen zu stellen», sagte Erstautorin Hannah Isaac von der Universität Sydney. Insbesondere in der Phase, in der die betreute Person am schwersten erkrankt sei, spielten die Pflegenden ihre eigenen psychischen Belastungen herunter. «Dabei wäre psychologische Unterstützung gerade in dieser Phase besonders wertvoll.»

Meist betreuen Frauen kranken Ehemann oder Partner

Das australische Forschungsteam wertete 29 Studien aus Europa, den USA, Kanada und Australien aus den vergangenen 20 Jahren aus. Im Fokus standen überwiegend Frauen, die meist ihren Ehemann oder Partner mit einer chronischen Erkrankung betreuten. Am häufigsten war dies Krebs. Andere kümmerten sich um Menschen mit Herzerkrankungen oder Parkinson oder um Personen, die einen Schlaganfall erlitten hatten.

Im Hinblick auf Unterstützung ging es den Pflegenden länderübergreifend zudem darum, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten, ihre Interessen und Ziele an die neue Situation anzupassen und mit Veränderungen in ihren sexuellen Beziehungen umzugehen, so die Auswertung. 40% der Angehörigen zeigten Interesse an staatlichen Angeboten wie einer nationalen Telefonhotline oder krankheitsspezifischen Informationen, doch nur 10% hatten diese bereits genutzt.

Die Forschenden plädieren dafür, pflegende Angehörige routinemässig auf psychische Belastungen und ihren Bedarf an unterstützender Versorgung zu untersuchen. Ihnen zufolge treten zum Beispiel Depressionen und Angstzustände bei pflegenden Familienmitgliedern häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung. Fehlten Unterstützung und Hilfsangebote für die Pflegenden, könne neben deren Wohlbefinden auch ihre Fähigkeit beeinträchtigt werden, die betreute Person zu unterstützen.

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