Urteil mit Signalwirkung: Einmalige Sicherheitsinstruktion für Lernende reicht nicht | Penso
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Urteil mit Signalwirkung: Einmalige Sicherheitsinstruktion für Lernende reicht nicht

Ein aktuelles Bundesgerichtsurteil unterstreicht die zentrale Rolle von Berufsbildenden bei der Arbeitssicherheit von Lernenden. Wer Jugendliche mit gefährlichen Arbeiten betraut, muss sie nicht nur instruieren, sondern während der gesamten Lehrzeit aktiv begleiten und beaufsichtigen.

20.08.2026
Lesezeit: 2 min
iStock / Stock photo and footage

Ein Lernender im ersten Lehrjahr zog sich bei der Arbeit an einer Fräsmaschine schwere Verletzungen zu. Er führte die Tätigkeit ohne die erforderliche Aufsicht aus. Das Bundesgericht bestätigte in der Folge die Verurteilung des verantwortlichen Berufsbildners und machte deutlich: Die Verantwortung für die Sicherheit von Lernenden endet nicht nach einer einmaligen Instruktion.

Sicherheitswissen allein genügt nicht

Der Entscheid zeigt, dass Berufsbildende nicht davon ausgehen dürfen, dass Lernende Sicherheitsregeln in jeder Situation korrekt anwenden. Fehlende Erfahrung und eine noch nicht vollständig entwickelte Gefahrenwahrnehmung führen dazu, dass Risiken oft zu spät erkannt werden. Gerade bei gefährlichen Arbeiten sind deshalb eine sorgfältige Begleitung und eine kontinuierliche Aufsicht unerlässlich.

Arbeitssicherheit als Daueraufgabe

Für die Suva ist der Fall eine wichtige Erinnerung daran, dass Arbeitssicherheit ein fortlaufender Lernprozess ist: «Eine Instruktion am ersten Arbeitstag reicht nicht aus. Sicherheit muss während der gesamten Lehrzeit thematisiert, vorgelebt und eingeübt werden», sagt Caroline Marfurt, Kampagnenleiterin «Sichere Lehrzeit» der Suva.
Lernende orientieren sich stark am Verhalten erfahrener Mitarbeitender. Berufsbildende übernehmen deshalb mehrere Rollen gleichzeitig: Sie sind Fachpersonen, Coaches, Vertrauenspersonen und Vorbilder. Wer Sicherheitsregeln konsequent einhält, die persönliche Schutzausrüstung trägt und bei Gefahr STOPP sagt, prägt nachhaltig die Sicherheitskultur im Betrieb.

Was Berufsbildende beachten sollten

Die Suva empfiehlt, Lernende systematisch und während der gesamten Ausbildungsdauer zu begleiten. Dazu gehören insbesondere:

  • regelmässige Sicherheitsinstruktionen über die gesamte Lehrzeit hinweg,
  • zusätzliche Unterweisungen bei neuen Aufgaben und Maschinen,
  • aktive Begleitung und Beaufsichtigung bei gefährlichen Arbeiten,
  • konsequentes Vorleben der Sicherheitsregeln durch Vorgesetzte und Berufsbildende,
  • die Förderung einer Kultur, in der Lernende bei Unsicherheit oder Gefahr jederzeit STOPP sagen dürfen. 

Lernende tragen ein erhöhtes Unfallrisiko

Die Sensibilisierung ist dringend nötig: Laut Suva verunfallen jedes Jahr rund 23'000 Lernende bei der Arbeit. Ihr Unfallrisiko liegt etwa doppelt so hoch wie jenes erfahrener Mitarbeitender. Ursachen sind unter anderem mangelnde Erfahrung, das Unterschätzen von Gefahren und fehlende Routine im Umgang mit Werkzeugen, Maschinen und Arbeitsabläufen.

Mit ihrer Kampagne**«Sichere Lehrzeit»** stellt die Suva Berufsbildenden, Betrieben und Lernenden verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung, um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz von Beginn der Ausbildung an zu verankern. 

Weiterführende Informationen

Link zum Bundesgerichtsurteil

Leitfaden für Berufsbildende und Vorgesetzte

Arbeitsheft «10 Schritte für eine sichere Lehrzeit» für Lernende»

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