Mit der Sparplanwahl können alle Mitarbeitenden mehr in die Pensionskasse einzahlen, wenn sie das können und möchten. Dabei geht es ja nicht um astronomische Summen, wenn ich statt 8.5% vielleicht 10.5% einzahle. Macht man das über Jahre, rechnet es sich aber schon. Über unsere App myMPK kann man rund um die Uhr Simulationsberechnungen machen und sofort sehen, was der Effekt von solchen Massnahmen ist.
Sie haben die «Initiative Mitarbeitende 50+» lanciert. Was muss man sich darunter vorstellen?
Ayubi: Diese Initiative wurde vom HR lanciert und umfasst einen Grossteil der Migros-Unternehmen. Diese haben sich in dieser Initiative zusammengeschlossen und geschaut, was die Bedürfnisse der Mitarbeitenden sind und wie wir denen auch gerecht werden können. Da ist Philipp als Vertreter der MPK dabei, während ich die Sicht der Kommunikation einbringe. Mit der Initiative möchten wir die Mitarbeitenden 50+ auffordern, sich bewusst mit der Gestaltung der verbleibenden Berufsjahre auseinanderzusetzen, und fördern den Dialog zwischen ihnen und ihren Führungskräften. Die MPK bietet ganz konkret die Möglichkeit einer Weiterversicherung des versicherten Lohns bei einer allfälligen Lohnreduktion ab Alter 58. Für Führungskräfte bieten wir Bogenkarriere-Modelle, wo Personalverantwortung zugunsten von Engagements in Beratungs- und Projektpools abgegeben werden kann. Ausserdem unterstützt die Migros auch Job- und Top-Sharing-Modelle, die wir zwecks Know-how-Transfer auch in generationsübergreifenden Tandems fördern. Für diejenigen, die gegen das Ende ihrer Karriere nicht mehr so viel arbeiten wollen oder aus physischen Gründen nicht mehr arbeiten können, ist ab 58 eine Teilpensionierung möglich. Diejenigen hingegen, die über das gesetzliche Rentenalter von 65 hinaus arbeiten wollen, können sehr gerne mit Einverständnis der Arbeitgeberin bis 70 bei uns tätig bleiben – auch in kleinen Teilzeitpensen.
Können Sie die Nachfrage nach 65+-Arbeitsmodellen quantifizieren?
Ayubi: Rein von der Anzahl Personen her ist die Nachfrage noch überschaubar. Interessanterweise kommt diese aber aus ganz verschiedenen Bereichen – und die Tendenz ist steigend. 2023 waren es 746 Mitarbeitende aus dem Segment 65+, was 0.86% der Belegschaft entsprach. 2024 waren es bereits 947 Mitarbeitende, womit der Anteil an der Gesamtbelegschaft bereits 1.09% entsprach. Von diesen waren rund die Hälfte Frauen, von denen 96% in Teilzeit arbeiten. Unsere HR-Businesspartner, die im direkten Kontakt mit den Mitarbeitenden sind, wissen Bescheid, wie das Angebot finanziell und rechtlich aussieht, aber das Interesse muss vom Mitarbeitenden oder von seiner Führungskraft kommen. Das bewerben wir nicht aktiv, sind aber offen und dankbar für alle Interessierten.
Küng: Aus meiner Sicht könnte sich da langfristig ein Trendwechsel abzeichnen. Früher war es ja das höchste der Gefühle, möglichst früh in Pension zu gehen. Die vorzeitige Pensionierung wurde als tolle Sache gesehen. Heute plädieren wir für ein flexibles Rentenalter, welches für die Betroffenen stimmig ist. Wenn jemand den Migros-Laden kennt und nach 65 noch ein bisschen arbeiten kommt, kann das für alle Seiten eine Win-win-Situation sein. Entscheidend ist, dass die Mitarbeitenden alle Möglichkeiten und Vorteile kennen, welche ihre Arbeitgeberin und ihre Pensionskasse bieten.
«Wir reden von Gestaltungsmöglichkeiten – nicht von Lücken»