IV wird von Arbeitgebern als Partnerin wahrgenommen

Mittwoch, 18. März 2026
Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) hat die Studie «Arbeitgeberbefragung zur Wahrnehmung der IV und ihrer Instrumente» veröffentlicht. Daraus geht unter anderem Hervor, dass die Meldung zur Früherfassung das bei den Arbeitgebenden bekannteste Instrument ist.

Die grundsätzliche Wahrnehmung der IV ist laut BSV über die Jahre (Befragung 2012 – 2025) ziemlich stabil geblieben. Mehrheitlich und sogar noch etwas stärker als 2021 wird die IV von den Arbeitgebenden mit den positiven Attributen «eine Partnerin/Unterstützerin» (38%) und «eine kompetente Anlaufstelle für Fragen rund um beeinträchtige Mitarbeitende» (35%) beschrieben, während 23% die IV als «komplizierte Institution» und/oder «wenig Bekannte / Unbekannte» (17%) wahrnehmen.

Wissenstand der Arbeitgebenden lässt nach

Es zeigt sich aber auch, dass sich der allgemeine Wissenstand der Arbeitgebenden bezüglich Leistungen und Auftrag der IV seit 2014 eher verschlechtert denn verbessert hat. Hier hat sich der bereits 2021 festgestellte Trend weiter verfestigt: 2025 fühlen sich 36% der Befragten über die IV gut bis eher gut informiert (2021: 38%). Dabei sind die Möglichkeiten der niederschwelligen Kontaktaufnahme mit der IV, die Meldung zur Früherfassung sowie die Unterstützung beim Arbeitsplatzerhalt die den Unternehmen am bekanntesten Instrumente der IV. Diese Möglichkeiten sind 38% - 43% der Befragten bekannt.

Die Personalvermittlung ist gleichzeitig die am wenigsten bekannte Massnahme und nur 14% der Befragten gaben an, diese zu kennen. Zum geringen Wissensstand passt auch, dass erneut eine Mehrheit von knapp 50% der Befragten die von der IV bzw. den IV-Stellen bereitgestellten Informationen/Informationsmaterialien noch gar nie selbst gesehen/konsultiert hatte und sie entsprechend auch nicht inhaltlich bewerten konnte. Die Befragten, die diese Materialien kennen, beschreiben sie jedoch auch bei der Befragung 2025 grossmehrheitlich als gut zu finden, gut zu verstehen und als informativ.

Bei einem längeren Arbeitsausfall wenden sich die Arbeitgebenden (zuerst) eher an die Krankentaggeldversicherung oder die Unfallversicherung denn an die IV-Stellen, die auf Rang 3 liegen und von einem Drittel der Befragten als Informationskanal bei längeren Arbeitsausfällen genannt wurden.

Unternehmen sind zufrieden mit konkreter Unterstützung der IV-Stellen

Gut 40% der befragten Unternehmen hatten aber schon mindestens einmal direkten Kontakt mit der zuständigen IV-Stelle. Dabei zeigt sich, dass je grösser ein Unternehmen, desto grösser auch die Chance, dass schon ein entsprechender Kontakt stattfand. Gut 80% dieser Kontakte finden gemäss Angaben der Unternehmen im Zusammenhang mit einem konkreten Fall eines Mitarbeitenden (krankheits- oder unfallbedingte Absenz) statt. Diese Kontakte mit konkretem Bezug erfolgen dabei weiterhin mehrheitlich per E-Mail, Telefon oder postalisch. Bei 31% der Arbeitgebenden kam es aber auch zu mindestens einem Besuch der IV-Stelle am Arbeitsplatz und bei 24% zu mindestens einem persönlichen Gespräch bei der IV-Stelle. Erfreulich ist, dass die Beurteilung der Mitarbeitenden der IV-Stelle erneut sehr positiv ausgefallen ist.

Bezüglich konkreter Erfahrungen mit (Wieder)Eingliederungen (Arbeitsplatzerhalt oder Neuanstellungen) wird deutlich, dass gut 32% der befragten Unternehmen über entsprechende Erfahrungen verfügt, also in den vergangenen drei Jahren schon Personen mit ein geschränkter Arbeitsfähigkeit (nach Unfall/Krankheit) weiterbeschäftigt und/oder eine entsprechend beeinträchtigte Person neu eingestellt hat. Diejenigen Unternehmen, die bei solchen (Wieder)Eingliederungen externe Unterstützung beigezogen haben, haben dabei mehrheitlich die zuständigen IV-Stellen beigezogen und waren in 92% der Fälle zufrieden mit der erhaltenen Unterstützung und auch den vorgeschlagenen Lösungen der IV-Stellen (73%).

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