Das Nicht-Greifbare anpacken
Ich empfehle, mit agilen Pilotteams zu starten, die in einem passenden Kontext (Skills, Führungskultur, Projektlage) arbeiten und offen für agile Arbeitsweisen sind.
Orientierung geben – Vision!
Eine Transformationslandkarte schafft Orientierung über Wege und Ziele, die das Unternehmen mit der Transformation erreichen will. Ich empfehle, ein interdisziplinäres Transformationsteam zusammenzustellen,
das Orientierung schafft und unter anderem auch mit HR-Expertise besetzt ist.
Betroffene zu Beteiligten machen
Dies ist eigentlich ein bekanntes Führungsprinzip, und es gilt in der agilen Transformation ebenso. Wenn man Geschäftsbereiche in dieser Transformation zurücklässt, bremst der Aufholprozess andere Teams aus. Ich empfehle, alle Beteiligten aus allen Bereichen, die für ein Produkt und den Kundennutzen wichtig sind, in agilen Teams an Bord zu nehmen. IT und Business brauchen eine synchronisierte Gangart. Der Nutzen ist beschränkt, wenn agile Arbeitsweisen nur in der Entwicklung angewendet werden, aber die Rollen noch konventionell arbeiten; dadurch wird Time to Market nur bedingt verbessert.
Agilität zum Thema des Topmanagement machen
Mit den neuen Arbeitsweisen entstehen auch neue Leadership-Rollen. Die bisherigen Rollen verlieren an Gewicht. Vor allem das Topmanagement braucht eine Perspektive, welche Rolle es in einer agilen Unternehmenskultur einnehmen wird. Wir haben beispielsweise Managementrollen, in denen Menschen geführt werden, und Rollen, in denen die Inhalte gesteuert werden. Es ist wichtig, dass die oberen Führungskräfte verstehen, was von ihnen in einem agilen Mindset erwartet wird.
Zeit reservieren – trotz operativem Druck
Ich empfehle, bewusst die Arbeit im und die Arbeit am System zu trennen. Beispielsweise muss ein Reflexionsmeeting zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden als eine Besprechung zum Inhalt einer Aufgabe. Dies drückt sich auch in der Trennung der Rollen nach Produktfokus und Prozessfokus aus, also beispielsweise in den Rollen Product Owner und Agile Coach.
Messbar machen!
Für überschaubare Zeiträume sollten Ziele und wichtigste Ergebnisse definiert und gemessen werden, und zwar in kurzen Kadenzen wie Quartalen. Mögliche Metriken können sein: Durchlaufzeit in der Entwicklung (End-to-End), Mitarbeiter- oder Kundenzufriedenheit.
Ausdauer zeigen!
Wer einen grossen Schritt machen will, sollte mit kleinen Schritten starten und mit Ausdauer beständig neue Ziele anpeilen.
Sich darauf einlassen
Skeptiker gibt es immer. Es muss Zeit eingeplant werden, um sie zu involvieren und ihnen Mehrwert aus ihrer Perspektive zu vermitteln.
Anpassen und gleichzeitig stringent bleiben
Man kann zu Beginn nicht wissen, welche Hürden einem auf dem Weg der Veränderung begegnen. Gerade deshalb ist dieser Punkt wichtig: Die Transformation selbst ist ein agiles Projekt und muss über verschiedene Iterationen seine genaue Form finden. Konsequenz erfordert Mut. Die Transformation der Organisation muss von einem Product Owner getrieben werden – eine Rolle, für die sich HR-Fachleute anbieten, da es hierbei um ein Organisationsentwicklungs-Vorhaben geht.
Anschlussfähigkeit immer sicherstellen!
Alle Transformationsschritte müssen für Mensch und Organisation verdaubar sein. Dies ist eine Gratwanderung einerseits raus aus der Komfortzone, die aber andererseits nicht in Überforderung münden darf. Erfahrungsgemäss
hat mit einer agilen Transformation das Management mit grösseren Herausforderungen
zu kämpfen als die Teams selbst.
Von
Agilität bei Swisscom – ein Erfahrungsbericht