Inseln für Herzensprojekte | Penso
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Inseln für Herzensprojekte

Bei Transa können Mitarbeitende zwischen diversen Fringe Benefits ­wählen. Die freiwilligen Zusatzleistungen umfassen drei ­verschiedene ­Arbeitsmodelle sowie die Möglichkeit, in eine «Gegenwartskasse» ein­zu­zahlen, um in der ­Arbeitszeit sinnstiftende Projekte zu ­realisieren. Raphael Baumann teilt seine Erfahrungen aus «People and Culture»-Perspektive.

22.07.2026
Lesezeit: 3 min

Raphael Baumann

arbeitet seit Januar 2020 bei der Transa Backpacking AG im «People and Culture»-Team im Kreis «Werte und Organisation». Er verfügt über einen Bachelor of Science und einen Master in Wirtschaftsinformatik, eine Ausbildung als Rhythmuspädagoge und spricht sechs Sprachen.

Raphael Baumann, wenn jemand bei Transa neu anfängt, aus welchen Arbeitsmodellen kann er oder sie wählen?

Wir haben vier Modelle im Angebot. Das Grundmodell basiert bei einem 100-Prozent-Pensum auf einer 40-Stunden-Woche mit 25 Tagen Ferien pro Jahr. Im Ferienmodell arbeitet man 42 Stunden pro Woche und hat dafür total 37 Ferientage. Im Lohnmodell sind es ebenfalls 42 Stunden Arbeit pro Woche mit 25 Tagen Ferien und ca. 5 Prozent mehr Lohn. Das vierte Modell, die Gegenwartskasse (GWK), gibt es in zwei Varianten.

Wie muss man sich diese Gegenwartskasse konkret vorstellen?

Es ist eigentlich ein Add-on, das sich sowohl mit dem Ferienmodell wie mit dem Grundmodell kombinieren lässt. Wenn ich das Grundmodell mit GWK wähle, arbeite ich eine halbe Stunde länger pro Woche, also 40.5 Stunden, und habe 25 Tage Ferien. Die zusätzliche halbe Stunde ergibt aufs Jahr 3 Tage, die auf das Sparkonto der Gegenwartskasse ­gehen. Diese Zeit wird vom Arbeitgeber auf 6 Tage verdoppelt. Das sind 6 Tage Zeit, in denen ich mich für ein gemeinnütziges Projekt engagieren kann.

Wie kamen Sie auf diese Idee?

Das war ein spannender Prozess. Wir haben vor ein paar Jahren unser Lohnsystem überarbeitet und suchten dabei nach neuen Benefits, mit denen wir als Arbeitgeber den Mitarbeitenden etwas Transa-Typisches bieten können. Die Suche lief über mehrere Monate interdisziplinär über alle Hierarchiestufen. Aus diesem Prozess ist dann die Gegenwartskasse entstanden. Nach einer kleinen Pilotphase im Jahr 2023 mit ein paar Versuchslustigen haben wir es 2024 ausgerollt und bieten dieses Modell seither allen ­Mitarbeitenden an. Dieses Projekt spiegelt die Unternehmenskultur von Transa ziemlich exemplarisch.

Inwiefern?

Wir sind soziokratisch organisiert, also basierend auf einer Organisationsstruktur, die in Rollen und Kreisen denkt und die Fähigkeiten der Menschen konsequent auf die Bedürfnisse des Unternehmens (Rollen) abzustimmen versucht – frei nach dem Motto: «Was ich nicht weiss, weiss der Kreis.»

Was ist das übergeordnete Ziel der Gegenwartskasse?

Wir wollen für unsere Mitarbeitenden Inseln schaffen für ihre Herzensprojekte, die sie innerhalb der Arbeitszeit realisieren können. Damit wollen wir eine Brücke zwischen den Werten unseres Unternehmens und dem Bedürfnis unserer Mitarbeitenden nach Sinnhaftigkeit schlagen. Idealerweise entstehen die Projekte genau an dieser Schnittstelle und ermöglichen es den Mitarbeitenden so, sich für Themen zu engagieren, die ihnen persönlich am Herzen liegen.

Wie präsentieren sich solche Projekte konkret?

Nach einem Arbeitsjahr sind bei einem 100-Prozent-Pensum 6 Tage in diesem Topf – 3 Tage werden vom Mitarbeitenden über eine um 30 Minuten höhere Wochenarbeitszeit angespart, die vom Arbeitgeber verdoppelt werden. Die Mitarbeitenden können selbst entscheiden, was sie mit diesen zusätzlichen Tagen machen. Es kann ein kulturelles, soziales oder ökologisches Projekt sein. Einzige Bedingung: Es muss in der Schweiz oder im angrenzenden Ausland verwurzelt sein, gemeinnützig sein und von der Sinnhaftigkeit her zu uns passen.

In was investieren die Mitarbeitenden zum Beispiel ihre Zeit?

Sehr viele Mitarbeitende verbringen grosse Teile ihrer Freizeit draussen in der Natur. Entsprechend möchten sich viele in Naturschutzprojekten engagieren. Am beliebtesten sind Bergwaldprojekte. Jemand war auch schon bei Bird Life oder engagierte sich in der Freiwilligenarbeit des WWF. Wieder andere arbeiteten in Projekten der regenerativen Landwirtschaft, mit Menschen mit Beeinträchtigungen oder in Tier- und Altersheimen. Es geht bei den Projekten immer auch um den sozialen Austausch.

Was sind Ihre Erfahrungen mit der Palette an Wahlmodellen?

Die Gegenwartskasse ist die jüngste Pflanze in unserer Fringe-Benefits-Palette, und im Vergleich zu unseren anderen Wahlmodellen sind es noch wenige, die das GWK-Modell wählen. Bei den Mitarbeitenden sind das Grund- und das Ferienmodell aktuell am beliebtesten, aber wir verzeichnen bereits eine Zunahme für das GWK-­Modell.

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