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Die Stimmung unter Schweizer Finanzchefs hat sich deutlich aufgehellt. 61% beurteilen die Konjunkturaussichten für die Schweiz positiv. Auch die Umsatzerwartungen sind stark gestiegen. Gleichzeitig bleiben die Beschäftigungsaussichten in der Schweiz schwach. Viele CFO erwarten, dass Künstliche Intelligenz die Zahl der Stellen reduziert – vor allem bei Einstiegsjobs und Juniorpositionen.
Schweizer Unternehmen blicken mit deutlich mehr Zuversicht auf die kommenden Monate. Gemäss der aktuellen CFO-Umfrage des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte erwarten 61% der befragten Finanzchefs eine positive Entwicklung der Schweizer Konjunktur in den nächsten zwölf Monaten. Nur 8% rechnen mit einer Verschlechterung.
Auch die Erwartungen für das eigene Unternehmen haben sich deutlich verbessert. 69% der CFO beurteilen die finanziellen Aussichten für die nächsten zwölf Monate positiv, 12% negativ. Besonders stark verbessert haben sich die Erwartungen für Umsatz und Margen: 73% der Befragten erwarten steigende Umsätze, 52% gehen von höheren Margen aus.
Die Beschäftigung bleibt trotz besserer Aussichten der Schwachpunkt der Schweizer Wirtschaft. 27% der CFO erwarten eine steigende Zahl an Mitarbeitenden, während 30% mit einem Rückgang rechnen. «Die Schweizer Unternehmen sind deutlich optimistischer als noch vor wenigen Monaten. Das ist erfreulich, aber keine Entwarnung», sagt Michael Grampp, Chefökonom von Deloitte Schweiz. «Auffällig ist, dass Unternehmen höhere Umsätze und Margen erwarten, in der Schweiz aber kaum mehr Personal aufbauen wollen. Das spricht für Wachstum, das stärker über Produktivität, Automatisierung und Auslandsinvestitionen getragen wird als über zusätzliche Stellen im Inland.»
Der neue Optimismus steht zudem weiterhin unter Vorbehalt. Geopolitische Risiken bleiben aus Sicht der CFO das wichtigste Unternehmensrisiko, gefolgt von Sorgen vor einer Nachfrageschwäche oder Rezession. Regulierungen und politische Entscheide sind auf Platz drei der Risikowahrnehmung gestiegen. Gleichzeitig nennen die CFO Regulierung und Compliance als stärkste Belastung für ihre Margen.
Ein wichtiger Treiber der strukturellen Veränderung ist die Künstliche Intelligenz (KI). Die durchschnittlich budgetierten KI-Ausgaben betragen 0.9% der Gesamtausgaben bei den befragten Unternehmen. Nur 8% der CFO geben an, dass in ihrem Unternehmen noch keine KI-Anwendungen eingeführt wurden oder geplant sind. Gleichzeitig ist KI teurer als vielfach erwartet. 40% der CFO rechnen damit, dass die tatsächlichen unternehmensweiten KI-Ausgaben im laufenden Geschäftsjahr höher ausfallen als ursprünglich budgetiert. Entsprechend setzen 69% der Unternehmen bereits Massnahmen zur Kontrolle der KI-Ausgaben um oder planen solche in den nächsten zwölf Monaten.
Trotzdem bleibt die Erwartung an den finanziellen Nutzen hoch: 18% der CFO geben an, dass sich der Einsatz von KI bereits finanziell auszahlt. Weitere 61% erwarten, dass dies innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre der Fall sein wird.
Die Auswirkungen von KI auf die Beschäftigung in der Finanzfunktion beurteilen die CFO deutlich negativ – besonders bei Einstiegs- und Juniorpositionen. 64% rechnen in den nächsten drei Jahren mit einer Abnahme der Beschäftigung auf diesen Stufen, nur 5% mit einer Zunahme. Auch bei Positionen mit mittlerer Erfahrung erwarten mehr CFO einen Rückgang als einen Anstieg. Nur bei erfahrenen Fachkräften rechnet eine Mehrheit der CFO mit einem Stellenaufbau.
Damit trifft KI vor allem jene Tätigkeiten, über die gut ausgebildete junge Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger bisher wertvolle praktische Erfahrung sammeln konnten: Datenaufbereitungen, Standardanalysen, Reportings, Dokumentationen, Recherchen und Routineprozesse. Werden diese Aufgaben automatisiert, entstehen Effizienzgewinne. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass klassische Einstiegsaufgaben wegfallen oder stark verändert werden.
«Wenn Unternehmen KI nutzen, um effizienter zu werden, müssen sie gleichzeitig sicherstellen, dass sich Nachwuchskräfte auch in Zukunft entwickeln können. Denn wenn Junioraufgaben wegfallen, müssen Einstiegsrollen bewusst neu gestaltet werden – mit strukturierten Lernpfaden, stärkerer Einbindung in Entscheidungsprozesse und klarer Qualitätssicherung im Umgang mit KI», sagt Alessandro Miolo, Managing Partner Audit & Assurance bei Deloitte Schweiz.
KI setzt Einstiegsjobs unter Druck