Rund 190000 Menschen oder ein Viertel der Pensionierten sind ab dem neuen Referenzalter von 65 Jahren noch erwerbstätig. Der Anteil bleibt damit laut der Studie «Lang lebe die Arbeit?» seit Jahren auf hohem Niveau stabil. In den Nachbarländern und weiteren Ländern Westeuropas steigt der Anteil der Erwerbstätigen im Rentenalter hingegen seit Jahren an.
Warum er in der Schweiz stagniert, sei unklar, sagt Studienautor Andreas Christen. Einer der Gründe könnte seiner Meinung nach sein, dass die Vorsorgesysteme im Ausland in den letzten Jahren stärkere Anreize für die Weiterarbeit geschaffen haben. Eine weitere mögliche Erklärung sei die hierzulande relativ starke Einwanderung der letzten zwei Jahrzehnte. Diese habe möglicherweise dazu geführt, dass sich Unternehmen in der Schweiz weniger um ältere Arbeitskräfte bemühen mussten.
Ohne finanzielle Not
Sicher ist indes, dass die meisten Erwerbstätigen im Rentenalter nur noch Teilzeit arbeiten. Im Durchschnitt beträgt das Pensum laut der Studie rund 46%. Zudem seien gut die Hälfte der Erwerbstätigen im Alter von 65 bis 70 Jahren selbstständig oder Mitarbeitende in einem Familienbetrieb. Zum Vergleich: Bei den 55- bis 59-Jährigen betrage diese Quote nur 20%.
Finanzielle Anreize spielen nur eine Nebenrolle. 70% der nach dem Pensionsalter Berufstätigen erklärten nämlich, dass sie weiterhin arbeiten, weil ihnen die Arbeit Freude mache. Nur etwa ein Drittel betonte die finanziellen Vorteile. Ein weiterer Faktor sei die Wertschätzung und das Interesse seitens des Arbeitgebers. Nur ein Fünftel der Umfrageteilnehmer habe der Frage, ob der Arbeitgeber Interesse zeige an einer Weiterbeschäftigung, klar zugestimmt. Mehr als doppelt so viele vor der Pensionierung stehende hätten indes ein Desinteresse festgestellt.
Knapp ein Viertel arbeitet im Pensionsalter weiter