Prof. Dr. Martin Korte warnte in seinem Vortrag vor den psychosozialen Folgen übermässiger Bildschirmzeit, insbesondere bei Jugendlichen: Jugendliche verbrächten bis zu neun Stunden täglich vor Bildschirmen – meist ohne direkte soziale Interaktion. Dies führe zu einem gesteigerten Einsamkeitsempfinden, obwohl sie online vielfach vernetzt seien. Einsamkeit gilt als starker Stressor für das Gehirn und wird mit Depressionen, Angststörungen und Schlafproblemen in Verbindung gebracht.
Vor allem pubertierende Jugendliche seien anfällig für den ständigen Vergleich in sozialen Netzwerken («Bin ich schön genug? Erfolgreich genug?»), was zu chronischer emotionaler Belastung führen könne. «Diese Vergleichbarkeit trifft pubertierende Gehirne besonders stark», betonte Prof. Korte.
Studien zeigen zudem einen deutlichen Anstieg psychischer Erkrankungen bei weiblichen Jugendlichen – darunter Depressionen, Essstörungen und suizidales Verhalten –, der mit Bildschirmzeit und Social-Media-Konsum korreliere.
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Lernen unter Druck: Was das Gehirn braucht