Lohngleichheit: Arbeitgeberverband fordert faktenbasierte Diskussion | Penso
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Lohngleichheit: Arbeitgeberverband fordert faktenbasierte Diskussion

In einem Meinungstext auf der Website des Arbeitgeberverbands wehrt sich Daniela Lützelschwab gegen Pauschalurteile in der Debatte um Lohngleichheit und verweist auf eine aktuelle Studie. Demnach hätten junge Frauen auf dem Arbeitsmarkt stark aufgeholt und Männer in der tertiären Bildung überholt.

03.11.2026
Lesezeit: 2 min
istockphoto, AlSimonov

Frauen und Männer haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Dieser Grundsatz ist für die Arbeitgeber unbestritten, schreibt Daniella Lützelschwab Ressortleiterin Arbeitsmarkt und Arbeitsrecht beim Schweizerischen Arbeitgeberverband. Um die Frage zu diskutieren, ob dieser Grundsatz heute eingehalten wird, müsse man genau hinschauen. 

Junge Frauen schliessen die Lücke

Neue Antworten liefert demnach eine aktuelle Studie der Universität Lausanne. Die Studie betrachtet nicht sämtliche Altersgruppen gemeinsam, sondern vergleicht Frauen und Männer verschiedener Geburtsjahrgänge jeweils im Alter zwischen 25 und 34 Jahren. Dadurch werde eine Entwicklung sichtbar, die in aggregierten Statistiken häufig untergehe: Junge Frauen haben auf dem Schweizer Arbeitsmarkt markant aufgeholt und haben Männer bei der tertiären Bildung überholt.

Bei der Erwerbsbeteiligung ist der frühere Abstand zwischen jungen Frauen und Männern nahezu verschwunden. Auch bei der Arbeitszeit und beim Erwerbseinkommen haben sich die Geschlechter deutlich angenähert. Der Rückstand der jungen Frauen beim gesamten Erwerbseinkommen sank zwischen den Jahrgängen 1965 bis 1995 von 55 auf 14%. Bei kinderlosen jungen Erwachsenen ist die Einkommenslücke weitgehend geschlossen.

Diese Ergebnisse zeigten die gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte. Junge Frauen verfügen heute häufiger über einen Tertiärabschluss als junge Männer. Sie nehmen stärker am Erwerbsleben teil, arbeiten in höheren Pensen und sind zunehmend in gut qualifizierten und entsprechend entlöhnten Berufen tätig.

Bei den Ursachen ansetzen

Die Studie zeige aber auch, wo weiterhin Unterschiede bestehen. Mit der Geburt von Kindern entwickeln sich die Erwerbsbiografien von Frauen und Männern unterschiedlich. Junge Mütter verdienen weniger als junge Väter, auch wenn sich diese Differenz über die Generationen verringert hat.

Wer diese Unterschiede nachhaltig verkleinern wolle, müsse bei den Ursachen ansetzen. Gute Betreuungsmöglichkeiten sowie flexible Arbeitsmodelle könnten dazu beitragen, höhere Erwerbspensen zu ermöglichen und längere Erwerbsunterbrüche zu vermeiden. Denn Pensum, Berufserfahrung, Erwerbsunterbrüche und berufliche Funktion beeinflussten die Lohnentwicklung über Jahre. Diese Faktoren müssten berücksichtigt werden, wenn Lohnunterschiede beurteilt werden.

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