Was tun Sie in der Schweiz, um ein nachhaltiges Unternehmen zu sein?
Wir berechnen unsere jährlichen CO2-Emissionen und unterstützen Klimaschutzprojekte. Derzeit sind wir dabei, eine interne Umwelt- und Klimapolicy auszuarbeiten. Darin halten wir fest, wie wir unsere Emissionen in den nächsten Jahren reduzieren wollen. Die jährlichen Reduktionsziele überprüfen wir stetig. Bereits heute reisen wir in Europa wenn immer möglich mit dem Zug. Wir beziehen Ökostrom und haben an allen Arbeitsplätzen Steckerleisten mit Schaltern, damit am Feierabend ohne grossen Aufwand alle Geräte komplett ausgeschaltet werden können. Weiter bemühen wir uns, technische Geräte möglichst lang zu nutzen, wir rezyklieren und wir heizen die Büros nur soweit nötig. Schliesslich bezahlen wir unseren Mitarbeitenden einen Beitrag an ÖV-Abos. Unsere Mitarbeitenden sind von sich aus schon sehr motiviert, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Alle kommen mit dem ÖV oder dem Velo zur Arbeit, nehmen am Bike-to-Work teil oder nutzen wiederverwendbare Gefässe für Takeaway. Natürlich konsumieren wir selbst wo immer möglich nur Fairtrade-Produkte.
Haben Sie Unterstützung bei der Entwicklung der Umwelt- und Klimapolicy?
Bei der Erarbeitung unserer Umwelt- und Klimapolicy haben wir die Beratung von Öko-Kompass in Anspruch genommen, die von der Stadt Zürich gesponsert wird. Um unsere Emissionen zu reduzieren, machen wir uns viele Gedanken. Zum Beispiel, ob wir bei Events nur noch vegetarische Menüs anbieten sollen.
Haben Sie sich selbst zertifizieren lassen?
Nein, wir selbst sind gegenwärtig nicht zertifiziert. Für die Zukunft schliessen wir eine solche aber nicht grundsätzlich aus. Auch wenn wir schon seit längerer Zeit intuitiv auf die CO2-Emissionen unserer Stiftung geachtet haben, beginnen wir erst jetzt, uns systematisch damit auseinanderzusetzen. Wir werden uns nun erstmals konkrete Ziele zur Senkung der CO2-Emissionen setzen. Gut möglich, dass auf diesem Weg eine Zertifizierung zu einem späteren Zeitpunkt ein Thema wird.
Würden Sie anderen Unternehmen und insbesondere KMU eine Klimazertifizierung empfehlen?
Da wir selber nicht zertifiziert sind, ist diese Frage für mich schwierig zu beantworten. Meiner Meinung nach ist es das Wichtigste, dass sich jedes Unternehmen ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzt. Dabei kann das Anstreben einer Zertifizierung sicher hilfreich sein. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Sowohl Swiss Climate als auch Myclimate bieten ein Zertifikat an, man kann sich nach ISO 14001 zertifizieren lassen oder sich zu Science Based Targets Initiative (SBTI) bekennen.
Sie sind für die berufliche Vorsorge bei der Stiftung Abendrot angeschlossen, zu deren DNA nachhaltiges Investieren zählt. Ist das für Sie und Ihre Mitarbeitenden wichtig?
Wir sind mit unserer beruflichen Vorsorge seit 18 Jahren bei Abendrot. Ja, ich bin überzeugt, dass das den Mitarbeitenden sehr wichtig ist. Wir können uns nicht tagtäglich für eine fairere Welt einsetzen und in einer Vorsorgeeinrichtung sein, die in Firmen investiert, die diese Werte nicht leben. Da sich unsere Mitarbeitenden generell für Nachhaltigkeit committet haben und das Pensionskassengeld sich zwischen Arbeit und Privatleben bewegt, ist das nur logisch.
Mit Ausdauer und Hartnäckigkeit