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Schweizer Löhne steigen 2027 voraussichtlich nur leicht

Die Löhne in der Schweiz dürften im kommenden Jahr trotz besserer Konjunkturaussichten nur leicht steigen. Die Unternehmen planen für 2027 durchschnittliche Lohnerhöhungen von 1.0% nach 1.1% im laufenden Jahr. Das zeigt die «UBS-Lohnumfrage» bei knapp 400 Schweizer Unternehmen.

04.11.2026
Lesezeit: 2 min
iStock / Andrzej Rostek

Bei einer von der UBS erwarteten Inflation von 0.8% bliebe damit ein Reallohnzuwachs von lediglich 0.2%. Dies liegt unter dem langfristigen Durchschnitt von 0.8% sowie unter dem für 2026 erwarteten Kaufkraftgewinn von 0.4%.

Wenig Impuse für Konsum

«Für den privaten Konsum dürften von der Lohnentwicklung entsprechend wenig Impulse ausgehen», sagte UBS-Ökonomin Meret Mügeli in einer Videokonferenz. Steigende Krankenkassenprämien würden die verfügbaren Einkommen der Haushalte zusätzlich belasten.

Die höchsten Lohnerhöhungen sind laut der Umfrage im Bereich Energieversorgung sowie Ver- und Entsorgung mit 1.5% vorgesehen. Chemie und Pharma sowie die Metallbranche planen je 1.2%. Am unteren Ende liegen der Detailhandel mit 0.8% und die Uhren- und Schmuckbranche mit 0.7%.

Bessere Aussichten erwartet

Mit Blick nach vorn zeigen sich die Unternehmen mehrheitlich zuversichtlich. «Der Ausblick auf das nächste Jahr hat sich auch in der Industrie deutlich aufgehellt», führte Mügeli aus. Auch der aktuelle Energiepreisschock werde als temporär angesehen.

Der Arbeitsmarktausblick bleibt allerdings verhalten. Die Mehrheit der Firmen rechnet demnach mit einer unveränderten Arbeitslosenquote und einem stagnierenden Personalbestand. Dies zeigt sich auch in der Rekrutierung. Hatten 2022 noch 80% der Unternehmen Mühe, offene Stellen zu besetzen, waren es in der aktuellen Umfrage nur noch 39% und damit weniger als im längerfristigen Durchschnitt.

Laut der UBS hatten die konjunkturelle Abkühlung und die Normalisierung nach der Corona-Erholung die Rekrutierung erleichtert. In Branchen wie dem Bau sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen bestehe der strukturelle Fachkräftemangel aber weiterhin.

KI erhöht Anforderungen an Arbeitnehmende

Auch KI verändert den Arbeitsmarkt. Zwar setzen 95% der Unternehmen die Technologie zumindest gelegentlich ein, in zentrale Geschäftsprozesse integriert ist sie aber erst bei jedem sechsten Unternehmen. Bei 40% unterstützt oder automatisiert KI bereits typische Aufgaben von Berufseinsteigenden.

«Wir erwarten keine Massenarbeitslosigkeit durch KI», sagte UBS-Ökonom Alessandro Bee. Vielmehr dürfte die Technologie die Anforderungen an Arbeitnehmende erhöhen.

Die UBS erwartet für 2027 ein um Sportereignisse bereinigtes Wirtschaftswachstum von 1.5%. Die Bank rechnet zudem damit, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Leitzins im März auf 0.25% und im Juni auf 0.5% anhebt. (sda)

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