Welche Kostentreiber gibt es?
Jeder Wunschkatalog steht und fällt mit den damit verbundenen Kosten. Von den genannten Punkten ist speziell der versicherte Lohn ein zentraler Kostenfaktor: Je grösser die versicherten Lohnteile, desto höher sind die entsprechenden Lohnabzüge für die Arbeitnehmenden und die Arbeitgeberbeiträge, also die Lohnnebenkosten. Letztere sind in der Praxis der Knackpunkt: Viele Arbeitgeber können oder wollen sich keine teure Vorsorgelösung leisten.
Es gibt aber auch einige Möglichkeiten, die nur geringfügige Kostensteigerungen mit sich bringen: So sind etwas bessere Risikoleistungen als gemäss BVG sehr günstig zu haben. Gewisse Wahlmöglichkeiten bei der Rente bringen gar keine zusätzlichen Kosten. Falls der Arbeitgeber mehr als 50% an den Gesamtkosten trägt (z. B. 60%), können ohne Mehrkosten Wahlpläne bei den Sparbeiträgen ermöglicht werden.
Transparenz schaffen
Vergleichbare Leistungspakete kann man heute auf dem Vorsorgemarkt von verschiedenen Anbietern erhalten, sofern man als Kunde interessant ist (s. u. zum Stichwort «Problem Kunde»). Die konkreten Angebote zu vergleichen, erfordert eine gewisse Expertise. Ein Beispiel: Tiefe administrative Verwaltungskosten sind sicher ein Pluspunkt. Es kann jedoch durchaus sein, dass den Versicherten eine Pauschale von beispielsweise 200 Franken pro Jahr verrechnet wird, aber de facto zusätzlich auch ein Teil der Vermögenserträge für die entsprechenden Kosten verwendet wird, was zulasten der Verzinsung und der Stabilität – also des Deckungsgrads – der Vorsorgeeinrichtung gehen kann.
Ideale Abdeckung
Aus den Bedürfnissen des Unternehmens und den Fragen, wie viel Geld für die Lösung in die Hand genommen wird und welche Risikofähigkeit der Arbeitgeber hat, ergibt sich die ideale Abdeckung. Wie so häufig im Leben gibt es in aller Regel nicht die eine perfekte (und bezahlbare) Lösung, sondern verschiedene Möglichkeiten, die alle in gewissem Umfang von den Wünschen abweichen.
Wer offeriert – Problem Kunde
Zwar besteht ein Markt für Vorsorgelösungen, auf dem über hundert Anbieter aktiv sind. Doch wirklich profitieren von diesem Markt können nur KMU, die ein attraktives Profil aufweisen: solvent, wenige ältere Mitarbeiter, wenige Rentner, Interesse an überobligatorischen Leistungen. Insbesondere Vollversicherungslösungen, bei denen auch das Anlagerisiko auf den Anbieter übertragen wird, sind auf dem Markt nur noch eingeschränkt erhältlich.
Für KMU, die durch das skizzierte Raster fallen, werden die Wahlmöglichkeiten bescheiden ausfallen oder sich im Extremfall auf den Gang zur Auffangeinrichtung beschränken, die per Gesetz alle Unternehmen versichern muss – zu entsprechend mässigen Konditionen.
Wer offeriert – Problem Anbieter
Bei den Anbietern, die offerieren, gilt es genau hinzuschauen. Eine detaillierte Analyse umfasst verschiedene Aspekte, hier seien nur drei genannt: Der ausgewiesene Deckungsgrad ist bedingt aussagekräftig – je nach technischen Grundlagen (technischer Zins, verwendete Sterbetafeln) kann ein Wert von 106% solider sein als ein solcher von 111%. Bei der Rendite lohnt sich der Blick auf eine längere Zeitperiode und auf die Anlagestrategie: Sind ansprechende Renditen über die Zeit konsistent? Stehen ihnen nicht Risiken gegenüber, die das Unternehmen nicht zu tragen bereit ist, etwa weil beispielsweise eine Sanierung ansteht? Die Struktur des Anbieters wird überdies häufig nicht kritisch genug betrachtet: Gibt es innerhalb der Sammeleinrichtung Interessenkonflikte: Werden beispielsweise Verwaltung oder Vermögensanlagen über gewinnorientierte Gesellschaften abgewickelt, die von Schlüsselfiguren der Sammeleinrichtung kontrolliert werden? Speziell attraktive Angebote sollten besonders sorgfältig geprüft werden. Vielleicht will ein zweifelhafter Anbieter auf Teufel komm raus wachsen und akquiriert daher zu Dumpingpreisen Kunden, denen er die versprochenen Leistungen auf Dauer nicht bieten kann.
Was zeichnet eine gute Vorsorgelösung aus?