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Deloitte-Studie: Momentaufnahme zur Schweizer Wirtschaft

Dienstag, 14. Juli 2020
Von der Musterschülerin zur Couch-Potato? Vertreter der Schweizer Wirtschaft konstatieren sinkende Produktivität und bemängeln zögerliche Veränderungsbereitschaft auf staatlicher Ebene ebenso wie in Unternehmen. Zwar rangiert die Schweiz noch immer in der Spitzengruppe der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften, doch Experten warnen – nicht erst seit der Coronakrise ist Handlungsbedarf angezeigt.

Das Beratungsunternehmen Deloitte führte im Januar 2020 eine Onlinebefragung von über 400 Wirtschaftsvertretern (vorwiegend Verwaltungsratsmitglieder und Geschäftsführer sowie Ökonomen und Chefbeamte) durch. Die Ergebnisse wurden in einem Studienbericht mit dem Titel «Power-up Switzerland» publiziert, der in Analyse und Handlungsempfehlungen eine deutliche Sprache spricht. Die Ergebnisse identifizieren acht Handlungsfelder, in denen Verbesserungsbedarf konstatiert wird. Im Handlungsfeld «Arbeitskräfte und Bildung» stehen Arbeitsformen, Fachkräftemangel und Anpassungen an die Erfordernisse einer digitalisierten Arbeitswelt auf der To-do-Liste.

Personalstrategie neu und zukunftsgerichtet denken

Eine «umfassende und zukunftsgerichtete» Personalstrategie wird als zunehmend wichtig für Unternehmen eingeschätzt. Dabei sind vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt alle Aspekte des Personalmanagements neu zu denken: Rekrutierung, Entlohnung, Führungsrolle. Als zentrale Fragestellungen für die Strategie-Entwicklung führt die Studie auf:

Wie wird sich die Art der Arbeit in Zukunft verändern? Welche neuen Fähigkeiten werden angesichts der steigenden Bedeutung digitaler Technologien benötigt? Wie können Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeitenden durch den Einsatz neuer Technologien erhöht werden? Und wie kann eine Kollaboration zwischen Mensch und Maschine dazu beitragen, den drohenden Arbeitskräftemangel zu lindern?

Forderung nach Anpassung des Arbeitsgesetzes an das digitale Zeitalter

Gemäss Umfrage von Deloitte arbeiteten während der COVID-19-Pandemie im April 2020 fast 50% der Schweizer von zuhause aus. Die Autoren der Studie prognostizieren, dass eine Mehrheit zwar wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren dürfte; der Home-Office-Anteil werde aber kaum auf das Niveau vor Corona zurückkehren. Die Grundzüge des aktuellen Arbeitsgesetzes gehen auf das industrielle Zeitalter zurück, als die Arbeit aus fixen Zeiten und fixen Strukturen bestand, so die Argumentation. Die Aufhebung von Beschränkungen wie beispielsweise Ruhezeiten wäre dringend angezeigt und würde die Arbeit im Homeoffice erleichtern. Als weiteres Beispiel wird der rechtliche Umgang mit Grenzgängern im Homeoffice angeführt.

Die Themen, die in der Studie nachzulesen sind, und die Schlussfolgerungen in Form von Handlungsempfehlungen werden zum Teil bereits seit Jahren in der Öffentlichkeit diskutiert oder waren Gegenstand von Abstimmungen. Dies zeigt, dass der gesellschaftliche Veränderungsprozess dem wirtschaftlich Geforderten durchaus nicht immer reibungslos folgt. Die Corona-Krise dürfte den ein oder anderen Schwerpunkt verlagert haben oder gar Entwicklungen, die stagnierten, beschleunigt haben.

Studie Kurz- und Langfassung

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