Das Mutterwerden wirkt sich negativ auf das Erwerbseinkommen von Frauen aus. Ihr Einkommen sinkt direkt nach der Geburt des ersten Kinds häufig stark und bleibt danach auf einem tiefen Niveau. Damit verringert sich das Einkommen von Müttern in der Schweiz im Vergleich zu Vätern langfristig um 60 bis 70%, wie eine Analyse verschiedener Studien durch das BSV zeigt.
Child Penalty: 40% nach der ersten Geburt
Dieser Unterschied in der Einkommensentwicklung wird als sogenannter «Child Penalty» bezeichnet. Für Mütter in der Schweiz, die ihr erstes Kind zwischen 2013 und 2015 geboren haben, beträgt der durchschnittliche Einkommensrückgang laut BSV fünf Jahre nach der ersten Geburt im Vergleich zum Jahr vor der Geburt rund 40%.
Ein Teil des Einkommensrückgangs von Müttern ist gemäss BSV darauf zurückzuführen, dass rund 10% nach der Geburt des ersten Kinds den Arbeitsmarkt verlassen. Fünf Jahre nach der ersten Geburt verharrt die Erwerbsquote der Mütter bei 84%.
Mehrheit der Mütter reduziert Arbeitspensum
Gleichzeitig betrage der durchschnittliche Einkommensrückgang für Mütter, die im Arbeitsmarkt verblieben, nach der ersten Geburt immer noch rund 35%. Er sei also ähnlich hoch, wie der durchschnittliche Einkommensrückgang aller Mütter. Auch wenn es anhand der dem BSV zur Verfügung stehenden Daten nicht direkt messbar sei, lasse dies vermuten, dass der Grossteil der Mütter ihr Arbeitspensum reduziere.
Für die Analyse wurden Daten aus dem Bevölkerungsregister mit Daten aus den individuellen Konten der AHV sowie die Angaben aus dem Register der Erwerbsersatzordnung verknüpft. Es wurden nur Mütter betrachtet, die in den drei Jahren vor und fünf Jahren nach ihrer ersten Geburt in der Schweiz wohnhaft waren. Ihre Einkommensverläufe und Geburten wurden bis ins Jahr 2023 beobachtet. (sda)