Elektronisches Patientendossier funktioniert nicht | Penso
Schliessen

Elektronisches Patientendossier funktioniert nicht

Das elektronische Patientendossier funktioniert trotz der Millionen vom Bund nicht. Zu diesem Schluss kommt die Denkfabrik Avenir Suisse. Den Grund dafür sieht sie im fehlenden Datenaustausch zwischen den Leistungserbringern.

10.09.2026
Lesezeit: 2 min
iStock / metamorworks

Wie die Analyse zeige, hätten Länder wie Dänemark und die USA, die bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens Vorreiter seien, etwas gemeinsam, schrieb Avenir Suisse. Und das sei eine funktionierende digitale Interoperabilität, die Fähigkeit des Zusammenwirkens - und nicht ein staatliches Dossier.

Zwar werde seit längerem versucht, das Problem anzugehen. Doch bisher sei es vor allem teuer gewesen: Über 80 Mio. Franken habe allein der Bund ins elektronische Patientendossier (EPD) investiert. Durchgesetzt habe er es aber nicht. Nur gut jede hundertste Person habe ein EPD eröffnet, und nur ein Bruchteil der Ärztinnen und Ärzte habe mitgemacht.

Nun plane der Bund mit dem elektronischen Gesundheitsdossier (E-GD) das nächste Grossprojekt. Doch das sei die falsche Priorität. Die Defizite im elektronischen Austausch zeigten, dass nicht das fehlende elektronische Dossier der Digitalisierung im Weg stehe, sondern die Fähigkeit der Informationssysteme, Gesundheitsdaten sicher auszutauschen.

Zusammenwirken ist entscheidend

Zur Digitalisierung des Gesundheitswesens braucht es nach Einschätzung von Avenir Suisse drei Schritte:

  • Erstens sollte der Bund verbindliche Standards und Schnittstellen für den Datenaustausch festlegen, diese Arbeiten finanzieren und deren Einhaltung überwachen. Die Interoperabilität, das Zusammenwirken, der Informationssysteme sei entscheidend.
  • Zweitens müssten die Informationssysteme und Anschlusslösungen diese staatlichen Vorgaben erfüllen. Und diese wiederum würden von privaten oder gemeinnützigen Prüfern zertifiziert.
  • Drittens seien Standards und Schnittstellen einmal definiert und Informationssysteme zertifiziert, sollten Leistungserbringer, private Unternehmen und allenfalls Kantone digitale Anwendungen entwickeln sowie die Vernetzung unter den Akteuren vorantreiben.

Der Vorteil eines solchen Vorgehens ist aus Sicht von Avenir Suisse, dass nur Projekte in Angriff genommen würden, die den Beteiligten und den Patienten einen Mehrwert versprechen. Dies mindere die Gefahr, dass Geld verschwendet werde, wie dies beim EPD der Fall gewesen sei.

vps.epas | Postfach | CH-6002 Luzern | Tel. +41 (0)41 317 07 07 | info(at)vps.epas.ch