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Laut Axa Vorsorgemonitor 2026 fühlen sich 34% der Frauen in einer Beziehung finanziell vom Partner oder der Partnerin abhängig, bei den Männern sind es 9%. Über Geld streiten die meisten Paare dennoch kaum: 76% tun dies selten oder nie. Zudem zeigt die repräsentative Befragung von Sotomo: 22% der Schweizer Bevölkerung würden sich für einen PACS, ein alternatives Partnerschaftsmodell zur Ehe, entscheiden – bei Konkubinatspaaren mit Kindern ist dieses Partnerschaftsmodell sogar beliebter als die Ehe.
Finanzielle Abhängigkeiten, unbesprochene Risiken und ungleiche Machtverhältnisse haben weitreichende persönliche Konsequenzen – etwa, wenn Frauen nach einer Trennung vor dem finanziellen Nichts stehen. Der Axa Vorsorgemonitor, eine jährliche repräsentative Befragung der Axa Schweiz mit Sotomo, zeigt, in welchen Bereichen Schweizer Paare gut vorgesorgt haben – und wo gefährliche blinde Flecken bestehen.
Weniger als die Hälfte (44%) der Paare im Erwerbsalter thematisiert die Absicherung gegen Erwerbsausfall ausführlich, bei Arbeitslosigkeit sind es gar nur 36%, und das, obwohl Erwerbsausfall und Jobverlust als grösste finanzielle Risiken in der Partnerschaft wahrgenommen werden. Ein Drittel der Paare im Erwerbsalter spricht überhaupt nicht über die Absicherung vor Arbeitslosigkeit. Besonders gravierend: 40% der Personen im Erwerbsalter in einer Beziehung kennen ihren Anspruch auf Hinterlassenenleistungen im Todesfall des Partners oder der Partnerin aus der Pensionskasse nicht mit Sicherheit. Für Konkubinatspaare ist die Situation noch heikler – 30% wissen nicht mit Sicherheit, dass viele Pensionskassen eine vorgängige aktive Anmeldung der Partnerin oder des Partners voraussetzen, damit im Todesfall überhaupt Leistungen erbracht werden. Laut Jürgen Scharfetter, Leiter Berufliche Vorsorge bei der Axa, ist es in den meisten Fällen ratsam, eine Begünstigungserklärung bei der Pensionskasse einzureichen, damit ein Todesfallkapital im Sinne des Verstorbenen den Hinterbliebenen zugute kommt.
34% der Frauen in einer Beziehung fühlen sich finanziell abhängig
Rund ein Drittel der Frauen in einer Beziehung (34%) fühlt sich finanziell von ihrem Partner abhängig – bei Männern sind es lediglich 9%. Bei Personen, die klar weniger verdienen als ihre Partnerin oder ihr Partner, steigt das Gefühl finanzieller Abhängigkeit auf 50%. Ist die finanzielle Abhängigkeit nicht nur gefühlt, sondern Tatsache, hat das weitreichende Konsequenzen. Im Falle einer Trennung oder Scheidung sind Frauen, die ihr Pensum für die Familie reduziert haben, oft deutlich weniger finanziell handlungsfähig als ihr Partner. Wer jahrelang weniger oder gar nicht erwerbstätig war, hat Vorsorgelücken.
Grössere finanzielle Entscheidungen treffen 73% der Paare gleichberechtigt. Männer geben jedoch doppelt so häufig wie Frauen an, meistens selbst das letzte Wort zu haben (24% gegenüber 12%). Bei Personen, die klar mehr verdienen als ihre Partnerin oder ihr Partner, sind es 40%.
Jedes vierte Ehepaar führt ausschliesslich getrennte Konten
Wie Paare ihre Finanzen organisieren, ist in der Schweiz alles andere als einheitlich. Am verbreitetsten ist ein Mischmodell: 43% führen sowohl gemeinsame als auch eigene Konten. 34% führen getrennte Konten und teilen die Ausgaben auf, 23% legen alles auf einem gemeinsamen Konto zusammen.
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf Ehepaare: Obwohl die Ehe rechtlich eine finanzielle Gemeinschaft begründet, führt ein Viertel (25%) der Ehepaare ausschliesslich getrennte Konten. Bei Konkubinatspaaren sind es sogar über die Hälfte (53%), die einen rein individualistischen Ansatz verfolgen – nur 4% teilen ausschliesslich ein gemeinsames Konto.
Mit zunehmendem Alter gewinnt der gemeinschaftliche Ansatz an Bedeutung: Bei den unter 35-Jährigen führen 42% ausschliesslich getrennte Konten, bei Personen im Rentenalter sind es noch 29%.
76% der Paare streiten selten oder nie über Geld. Bei jüngeren Paaren und Paaren mit tiefem Einkommen ist der Anteil der Konflikte höher – dort berichten rund 30%, dass Geldkonflikte nicht selten sind. Wenn es zu Konflikten kommt, entzünden sich diese am häufigsten an Ferien und Reisen (32%), persönlichen Alltagsausgaben (31%) sowie Freizeit und Hobbies (27%).
Nur 11% der Personen in einer Beziehung haben schon grössere Ausgaben oder Schulden vor der Partnerin oder dem Partner verheimlicht. Bei den Finanzthemen, die Paare ausführlich besprechen, zeigen sich klare Präferenzen: Rund zwei Drittel der Paare sprechen ausführlich über Einkommen und Erspartes (68% bzw. 67%). Persönliche Ausgaben hingegen thematisiert nur rund die Hälfte umfassend (49%).
Wenn die Schweizer Bevölkerung heute die Wahl zwischen Ehe, PACS (Pacte civil de solidarité, ist ein rechtliches Partnerschaftsmodell, das eine Alternative zur Ehe darstellt) oder keinem von beiden hätte, würden sich 22% für einen PACS entscheiden, während 45% die Ehe als erste Wahl nennen und 16% sich für keine der beiden Optionen entscheiden würden. Der PACS stösst besonders bei Konkubinatspaaren auf Interesse. Bei Konkubinatspaaren mit Kindern würden sich 23% für die Ehe entscheiden, 46% für den PACS und 26% für weder noch – der PACS ist hier also beliebter als die Ehe. «Während die Ehe an Beliebtheit verliert, werden Alternativen wie der PACS attraktiv für Personen, die nicht heiraten aber dennoch gegenseitige rechtliche Absicherung wollen», ordnet Michael Hermann von Sotomo ein.
Frauen fühlen sich häufiger von ihrem Partner finanziell abhängig