Weibliche Erwerbsbeteiligung wird kaum aktiv gefördert
Nur gerade 5% der befragten KMU mit einem Geschlechterungleichgewicht in der Belegschaft setzen gezielte Förderprogramme für Frauen ein, lediglich 13% unterstützen Teilzeitarbeit und Jobsharing, und nur 22% setzen auf flexible Arbeitszeiten. Während von den grossen KMU immerhin knapp neun von zehn der grossen KMU mindestens eine Massnahme zur Gleichstellung der Geschlechter ergreifen, ist die Förderung der Gleichstellung für jedes zweite KMU mit weniger als zehn Mitarbeitenden überhaupt kein Thema.
Psychische Erkrankungen besonders für grosse KMU eine Herausforderung
Neben der Rekrutierung neuer Mitarbeitenden stellt auch das Wohlbefinden der eigenen Belegschaft eine Herausforderung für Schweizer KMU dar: 76% der Befragten gaben an, dass in Bezug auf die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden besondere Herausforderungen für das eigene Unternehmen bestehen – bei den grossen KMU sind es gar 97%. Am häufigsten kämpfen die KMU mit physisch bedingten Ausfällen ihrer Mitarbeitenden, 38% der kleineren und mittleren sowie 45% der grossen KMU sehen hier eine besondere Herausforderung.
Von Ausfällen aufgrund psychischer Erkrankungen sind hingegen vor allem grosse KMU betroffen. Während nur 11% der kleinen KMU psychisch bedingte Ausfälle als grosse Herausforderung sehen, sind es 42% der grossen KMU. Psychische Erkrankungen stellen damit bei den grossen KMU ein ebenso grosses Problem dar wie körperliche.
Zwei Lösungsansätze
Basierend auf den Ergebnissen der AXA-Studie ergeben sich zwei mögliche Massnahmen, wie Michael Hermann erklärt: «Neben der Einstellung und Erhaltung älterer Arbeitskräfte ist die Steigerung der Frauen-Erwerbsbeteiligung ein Ansatz gegen den akuten Fachkräftemangel.»
KMU-Arbeitsmarktstudie: Potenzial älterer Arbeitnehmender und Frauen wird zu wenig genutzt