- Vergleich der wichtigsten UVG- und KTG-Anbieter
- Analyse der Prämien- und Schadenquotenentwicklung
- Bewertung wesentlicher AVB-Leistungen
- Orientierung bei Ausschreibungen und Vertragsüberprüfungen
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Steigende Gesundheitsabsenzen, zunehmender Prämiendruck und erhebliche Unterschiede in den Versicherungsbedingungen stellen Schweizer Unternehmen vor neue Herausforderungen. Eine aktuelle Marktanalyse des VZ Vermögenszentrums zeigt, dass sich ein regelmässiger Versicherungscheck heute stärker lohnt denn je.
Während die Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (UVG) weitgehend gesetzlich geregelt sind, besteht bei Unfallzusatz- und Krankentaggeldversicherungen erheblicher Gestaltungsspielraum. Gerade dort verbergen sich wichtige Leistungsunterschiede oft in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB). Für Arbeitgeber bedeutet das: Nicht allein die Prämienhöhe entscheidet über die Qualität der Absicherung, sondern vor allem die konkrete Ausgestaltung der Leistungen.
Besonders aufmerksam sollten Unternehmen aktuell die Entwicklung der Schadenquoten verfolgen. In der obligatorischen Unfallversicherung lagen die durchschnittlichen Schadenquoten der grössten Anbieter zwischen 2022 und 2024 bei 86 bis 89 Prozent. Einzelne Versicherer überschritten sogar die Marke von 90 Prozent. Solche Werte gelten als Hinweis darauf, dass mittelfristig Prämienanpassungen wahrscheinlich werden. Gleichzeitig gibt es Anbieter mit deutlich tieferen Quoten. Hier stellt sich die Frage, ob die Prämien noch marktgerecht sind.
Noch ausgeprägter zeigt sich die Situation bei der Krankentaggeldversicherung. Die durchschnittliche Schadenquote lag im Zeitraum 2022 bis 2024 bei 83 Prozent und damit deutlich über dem Zielbereich von 70 bis 75 Prozent. Der Grund dafür liegt unter anderem in einer markanten Zunahme der krankheitsbedingten Absenzen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fehlen heute deutlich länger als noch vor zehn Jahren. Versicherer berichten zudem von einer steigenden Belastung durch psychisch bedingte Arbeitsausfälle, die oft länger dauern und entsprechend hohe Kosten verursachen.
Für Unternehmen hat diese Entwicklung unmittelbare Folgen. Bei Vertragsverlängerungen drohen teilweise spürbare Prämienerhöhungen oder verschärfte Konditionen. Umso wichtiger wird eine aktive Steuerung des Risiko- und Absenzenmanagements. Instrumente wie Care- und Case-Management gewinnen an Bedeutung, weil sie die Wiedereingliederung erkrankter Mitarbeitender fördern und langfristige Leistungsfälle reduzieren können.
Neben der Prämienentwicklung lohnt sich ein genauer Blick auf die Leistungsunterschiede. In der Unfallzusatzversicherung unterscheiden sich beispielsweise die Regelungen zu Spätfolgen früherer Unfälle, unbezahltem Urlaub, Lohnnachgenuss oder der Dauer von Rentenleistungen teils erheblich. Auch bei Krankentaggeldlösungen bestehen Unterschiede bei Meldefristen, Leistungserschöpfung, Auslandsaufenthalten oder Kündigungsrechten. Diese Faktoren werden oft erst im Schadenfall relevant, können dann aber für Arbeitgeber und Mitarbeitende entscheidend sein.
Die Studie zeigt deshalb klar: Unternehmen sollten ihren Versicherungsschutz nicht nur anhand des Preises beurteilen. Wer Leistungen, Vertragsbedingungen, Servicequalität und Prämienstabilität regelmässig überprüft, kann Versorgungslücken vermeiden und gleichzeitig Kosten optimieren. Gerade in einem Markt mit steigenden Schadenquoten und zunehmendem Prämienruck ist ein strukturierter Marktvergleich ein zentrales Führungsinstrument geworden.
Unfall- und Krankentaggeldversicherung: Warum Unternehmen jetzt genauer hinschauen sollten