Herr Hänny, Sie mussten Ihr Unternehmen NIKIN nach einem Wachstumsschub wieder redimensionieren. Welche Lehren haben Sie daraus gezogen?
Nach einer starken Wachstumsphase haben wir erstmals unsere Ziele verfehlt. Das war der Moment, innezuhalten und uns ehrlich zu hinterfragen. Wir haben Strukturen und Prozesse angepasst, Rollen zusammengelegt und die Organisation beispielsweise in der Produktentwicklung und im Marketing bewusst vereinfacht. Mit einem kleineren Team braucht es weniger Abstimmung und Koordination. Das ist effizienter. Gleichzeitig haben wir unseren Fokus geschärft und weniger parallel gemacht: weniger Produkte, weniger Kampagnen und weniger Sonderangebote.
Wie hat das Team auf diese Veränderungen reagiert?
Unterschiedlich, insgesamt aber positiv. Klarheit und Fokus geben in herausfordernden Situationen Sicherheit. Entscheidend ist, schwierige Phasen mit Menschlichkeit und Respekt zu gestalten, insbesondere, wenn es zu Kündigungen kommt. Gegenüber den verbleibenden Mitarbeitenden gilt es Perspektiven aufzuzeigen und ihnen Zuversicht zu vermitteln. Deshalb haben wir einige Monate im Voraus über die Situation informiert, die Gründe transparent gemacht und erklärt, dass wir uns verkleinern müssen. Danach folgten individuelle Gespräche. Ausserdem unterstützten wir Betroffene mit Coachings und gaben ihnen während der Arbeitszeit die Gelegenheit, Bewerbungen zu schreiben.
«Wachstum allein ist kein Erfolgsindikator»