Weitergabe von KMU: Sorge um Mitarbeitende wichtiger als Geld | Penso
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Weitergabe von KMU: Sorge um Mitarbeitende wichtiger als Geld

Bei der Nachfolge in der Firma geht es um weit mehr als den Verkaufspreis oder Geldfragen: Schweizer Unternehmerinnen und Unternehmer sorgen sich vor allem um ihre Mitarbeitenden, die Zukunft der Firma und ihrer eigenen Rolle. Das zeigt eine Studie.

01.10.2026
Lesezeit: 3 min
iStock / CasarsaGuru

Gemäss Schätzungen müssen in den nächsten fünf Jahren bis zu 100000 KMU ihre Nachfolge regeln. Der Erfolg dieser Regelungen ist ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort Schweiz, denn davon sind hunderttausende Arbeitsplätze betroffen.

Das VZ VermögensZentrum hat untersucht, wie 132 Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Nachfolge mit der UnterstĂĽtzung der VZ-Experten geregelt haben. Im Schnitt beschäftigten sie zum Zeitpunkt der Nachfolge  22 Mitarbeitende, erzielten einen Jahresumsatz von knapp 4.5 Mio. Franken und waren rund 57 Jahre alt.

Wohlergehen der Mitarbeitenden ist zentral

In 107 Fällen haben die Unternehmerinnen und Unternehmer eigene Kinder, in 91 Fällen sogar mindestens zwei. Trotzdem realisieren letztlich nur 25 Befragte ihre Nachfolge mit Nachkommen. Das zeigt, dass familieninterne Nachfolgen heute selektiver umgesetzt werden. Die grössten Sorgen betreffen nicht etwa den Verkaufspreis oder die eigenen Finanzen. Die Unternehmerinnen und Unternehmer sorgen sich vielmehr um die Zukunft ihrer Mitarbeitenden, die Stimmung in der Firma nach der Übergabe und die Frage, wie es mit ihrem Unternehmen weitergeht.

Viele beschäftigt das Loslassen – sie fragen sich, was danach auf sie zukommt, und fürchten sich vor Langeweile, einem Statusverlust oder davor, in ein Loch zu fallen. Mehr als die Hälfte sagt rückblickend, dass sich ihre Befürchtungen nach der Übergabe nicht bestätigt haben. Wenn, dann betreffen sie am ehesten eine schlechtere Stimmung in der Firma oder konkrete Probleme mit Mitarbeitenden.

Learnings fĂĽr Unternehmerinnen und Unternehmer

Aus den Erkenntnissen der vorliegenden Studie lassen sich laut VZ die folgenden Aspekte ableiten, die fĂĽr eine erfolgreiche Nachfolgeregelung und den Fortbestand der Firma nach der Weitergabe entscheidend sind:

  • Organisieren Sie sich. Gleist man die Nachfolge in der eigenen Firma richtig auf, gelingt die Weitergabe oft im ersten Anlauf.
  • Warten Sie nicht. Eine erfolgreiche Nachfolge beginnt nicht erst kurz vor der Ăśbergabe der Firma – dann ist es zu spät, um alle personellen, rechtlichen, finanziellen und steuerlichen Optionen zu prĂĽfen. Wer frĂĽhzeitig startet, erhöht seine Erfolgschancen erheblich.
  • Bleiben Sie offen. Wer Kinder hat, sollte sich nicht auf eine Weitergabe in der Familie versteifen. Oft bieten andere Nachfolgeformen eine ebenso gute oder sogar passendere Perspektive fĂĽr die langfristige Weiterentwicklung der Firma.
  • Planen Sie konsequent. Ein straffer Zeitplan ist fĂĽr eine erfolgreiche Nachfolge entscheidend. Oft genĂĽgen zwei bis drei Jahre, um den gesamten Nachfolgeprozess inklusive der Vorbereitungsarbeiten abzuschliessen.
  • Unterschätzen Sie nichts. Wer seine Firma weitergibt, sollte die Komplexität des Prozesses und die damit verbundenen Emotionen ernst nehmen.
  • Bleiben Sie an Bord. Wer nach der Ăśbergabe den Käufer finanziell, operativ oder strategisch unterstĂĽtzt, erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Weitergabe oft massiv.
  • Wahren Sie den Familienfrieden. Kann man die Firma an die eigenen Kinder weitergeben, dann sollte man fĂĽr eine gĂĽter- und erbrechtliche Lösung sorgen, die fĂĽr alle Betroffenen fair und transparent ist.
  • Kommen Sie Mitarbeitenden entgegen. Wer die Firma an Mitarbeitende weitergibt, muss beim Verkaufspreis oder bei der Finanzierung oft Zugeständnisse machen, damit sich die Nachfolge realisieren lässt.
  • Ă–ffnen Sie den Fächer. Verkauft man seine Firma an Dritte, sollte man die Käufersuche nicht auf das persönliche oder das geschäftliche Umfeld beschränken. Wer den Kreis potenzieller Käufer erweitert, erhöht seine Erfolgschancen fĂĽr eine finanziell attraktive und nachhaltige Lösung deutlich.

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