Wenige Neueinstellungen – KI- und Sozialkompetenzen gewinnen an Wert | Penso
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Wenige Neueinstellungen – KI- und Sozialkompetenzen gewinnen an Wert

Schweizer Arbeitgeber treten bei Neueinstellungen weiterhin auf die Bremse. Das zeigt eine aktuelle Arbeitsmarktstudie von Manpower. Trotz verhaltener Rekrutierungspläne wächst der Wert bestimmter Kompetenzen: Vor allem KI-Kenntnisse und ausgeprägte Soft Skills können sich zunehmend auch auf den Lohn auswirken.

12.08.2026
Lesezeit: 2 min
iStock / Paperkites

Für das dritte Quartal 2026 liegt der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick bei +19 Prozent. Gegenüber dem Vorquartal entspricht dies lediglich einem Anstieg um einen Prozentpunkt. Damit bewegt sich der Wert zum zweiten Mal in Folge auf dem tiefsten Niveau für diese Jahreszeit seit fünf Jahren.

Während die Schweiz in internationalen Vergleichen lange zu den Spitzenreitern gehörte, liegt der aktuelle Beschäftigungsausblick inzwischen sieben Prozentpunkte unter dem globalen Durchschnitt. Die Unternehmen verfügen zwar über mehr Planungssicherheit als noch vor einigen Quartalen, bleiben angesichts der schwächeren Nachfrage in wichtigen Exportmärkten jedoch zurückhaltend.

Arbeitgeber zahlen zunehmend für KI-Kompetenzen

Besonders gefragt sind Fähigkeiten im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Gemäss der Zusatzbefragung wären 56 Prozent der Schweizer Arbeitgeber bereit, Mitarbeitenden mit KI-Anwendungskompetenzen höhere Löhne zu bezahlen.

Bei Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden steigt dieser Anteil sogar auf 66 Prozent. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass grössere Unternehmen den Nutzen entsprechender Kompetenzen besonders hoch einschätzen oder eher über die finanziellen Mittel verfügen, diese zusätzlich zu honorieren.

Soft Skills bleiben der entscheidende Erfolgsfaktor

Noch stärker nachgefragt als technologische Fähigkeiten sind jedoch klassische menschliche Kompetenzen. Zwei Drittel der Arbeitgeber geben an, für Kommunikations- und Teamfähigkeiten mehr bezahlen zu wollen.

Ebenfalls besonders geschätzt werden:

  • Professionalität und Arbeitsmoral (60 %)
  • Anpassungsfähigkeit (59 %)
  • Kritisches Denken und Problemlösungskompetenz (57 %)

 

Die Zahlen zeigen, dass Unternehmen trotz zunehmender Digitalisierung weiterhin auf Mitarbeitende angewiesen sind, die Verantwortung übernehmen, komplexe Zusammenhänge verstehen und konstruktiv im Team arbeiten können.

KI und Weiterbildung steigern die Produktivität

Mehr als die Hälfte der Unternehmen (51 %) berichtet, dass KI-Tools für tägliche Aufgaben im vergangenen Jahr zu einer höheren Produktivität beigetragen haben.

Weitere 43 Prozent führen Produktivitätsgewinne auf KI-gestützte Prozessautomatisierungen oder Schulungen zur effizienteren Nutzung von KI-Anwendungen zurück.

Bemerkenswert ist zudem die Einschätzung zur Arbeitsorganisation: Ein Drittel der Arbeitgeber (33 %) bewertet die verstärkte Präsenzarbeit beziehungsweise die Rückkehr ins Büro als Produktivitätstreiber.

Menschliche Stärken bleiben gefragt

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass technologische Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt zwar an Bedeutung gewinnen, den Menschen aber nicht ersetzen. Gefragt sind vielmehr Mitarbeitende, die digitale Werkzeuge sinnvoll einsetzen und gleichzeitig über soziale, kommunikative und analytische Fähigkeiten verfügen.

Für Unternehmen scheint die erfolgreiche Kombination aus Technologie und menschlichem Urteilsvermögen zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor zu werden.

Download

Für die Schweizer Erhebung der «Beschäftigungsprognose Schweiz Q3 2026» sowie der Zusatzbefragung zu KI-Kompetenzen und Produktivität wurden zwischen dem 1. und 30. April 2026 insgesamt 603 Arbeitgeber befragt. Die Daten sind Teil einer internationalen Arbeitsmarktbefragung mit standardisierter Methodik.

Externer Link zur Studie

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