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Buch des Monats: Besser mit Long Covid «copen»

Montag, 23. Januar 2023 - Anne Yamine
Der Ratgeber liefert Hintergrundwissen aus Medizin und Psychologie und klärt die aktuelle Rechtslage in Bezug auf die Arbeit und die Sozialversicherungen. Zudem wird konkret aufgezeigt, wie Betroffene und Angehörige besser mit der Situation von Long Covid umgehen können.

Die meisten von uns sind inzwischen direkt mit dem Coronavirus in Berührung gekommen und auch daran erkrankt. Glücklich können sich die schätzen, bei denen die Infektion einen milden Verlauf nahm und die sich danach wieder komplett erholt haben. Weniger glücklich geht es für die aus, die nach einer Coviderkrankung weiter an Krankheitssymptomen leiden. Dauern diese zwischen einem und drei Monaten an, spricht die Medizin von Long Covid. Bei Symptomen, die länger als zwölf Monate präsent sind, spricht man von Post Covid.

Eine unheimliche Bandbreite an Long-Covid-Symptomen

Long Covid äussert sich bei jeder Person anders. Die Bandbreite an Symptomen ist immens, was die behandelnden Ärzte, aber auch die Gesellschaft gewaltig herausfordert. So können Erschöpfung resp. Fatigue und Brain Fog (Hirnnebel) sowie damit einhergehende Schlafstörungen und Depressionen auftreten. Oft klagen Patienten auch über Atemprobleme sowie Herz-Kreislauf-Probleme. Ein Hauptsymptom von Covid-19 ist die Störung des Riech- und Geschmackssinns, der auch bei Long Covid eine Rolle spielen kann.

Auswirkungen auf die Psyche

Diese physischen Symptome haben auch Auswirkungen auf die psychische Verfassung der von Long Covid betroffenen Personen: Oft entsteht Angst, vor allem wenn die Krankheit lang andauert und ungewiss ist, wie sich der Heilungsprozess entwickelt. Wie man eine solch schwierige Situation am besten bewältigt, erläutern die Coping-Strategien aus der Psychologie. Coping heisst so viel wie «möglichst flexibel nach geeigneten Möglichkeiten zu suchen, die helfen, das Leiden zu mindern und Wohlbefinden herzustellen». Die in diesem Kontext von Fachpersonen geleistete Hilfe sei in erster Linie Hilfe zur Selbsthilfe mit der Absicht, den totalen Absturz (Crash) zu vermeiden. Mittels Pacing sollen körperliche und geistige Anstrengungen so dosiert werden, dass zumindest keine Verschlechterung auftritt.

Weitere Einschränkungen

Long-Covid-Patienten sind in allen Lebensbereichen eingeschränkt. So wirkt sich das Long-Covid-Syndrom nicht nur massiv auf die Gesundheit, sondern auch auf die Wirtschaft – insbesondere die Arbeitswelt – und das soziale Leben aus. Das Autorenteam fordert eine Sensibilisierung für die Anliegen der Patientinnen, die die Krankheit ernst nimmt. Verlässliche Informationen tun not. Zudem müssten die Patienten engmaschig begleitet werden. Seitens vieler Ärzte und Forscherinnen sei überraschenderweise noch immer viel zu wenig darüber bekannt. Es gäbe auch erst wenige effektive Therapie- und Behandlungsansätze.

Nicht nur Medizin und Psychologie müssen mit Long Covid «copen», sondern auch das Arbeits- und das Sozialversicherungsrecht. In erster Linie geht es darum, durch Arbeitsausfälle bedingte Beitrags- und Versicherungslücken zu vermeiden. Insbesondere bei den Sozialversicherungen müssen noch diverse Aspekte abschliessend geklärt werden, z.B. ob es sich bei Covid-19 und Long Covid um einen Berufsunfall oder eine Krankheit handelt und welche Leistungen von den Versicherungen übernommen werden müssen. Bei diesen wird zwischen kurz-, mittelfristigen und Langzeitleistungen unterschieden. Bei Letzteren muss konkret die Anmeldung bei der IV angegangen werden. In diesem Kontext haben nicht nur die Unfall-, Kranken- und Invalidenversicherungen wichtige Entscheide zu fällen, sondern auch die Pensionskassen.

Long Covid

Hilfe für Betroffene und Angehörige – Medizin, Psychologie, Recht

Frederik Jötten, Christine Harzheim, Gitta Limacher, Susanne Friedauer, Kaspar Gehrig.

Beobachter Edition, Ringier Axel Springer Schweiz AG, Zürich 2022.

192 Seiten, CHF 39.00 inkl. MwSt. ISBN 978-3-03875-435-0

Auch als E-Book erhältlich.

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