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Schlaf-Forschung: Berner Forschende untersuchen Emotionsbewältigung während des Schlafs

Montag, 16. Mai 2022
Forschende der Universität Bern und des Inselspitals haben entdeckt, wie das Gehirn während des sogenannten REM-Schlafs Emotionen sortiert. Diese Sortierung hilft den Menschen, positive Erinnerungen zu speichern und Traumatisches zu bewältigen.

Unter die Lupe genommen haben die Forschenden den sogenannten REM-Schlaf. Dabei handelt es sich um eine Schlafphase, in der das Gehirn hellwach, der Körper aber unbeweglich ist. REM (steht für «rapid eye movement», dt.: schnelle Augenbewegungen). In dieser Phase erleben Menschen häufig Träume mit intensiven emotionalen Inhalten. Im Wachzustand verarbeitet die frontale Hirnrinde viele dieser Emotionen. Während des REM-Schlafs ist die frontale Hirnrinde aber paradoxerweise ruhig, was die Forschenden in ihrer Studie näher untersuchten.

Sicherheit und Gefahr

Die Forscher studierten die Gehirnaktivität von Mäusen, die sie zunächst trainierten, Töne zu erkennen, die mit Sicherheit oder Gefahr assoziiert werden. Anschliessend wurde die Aktivität der Nervenzellen im Gehirn der Mäuse während der Schlaf- und Wachzyklen aufgezeichnet.

Bei den Beobachtungen der Mäuse zeigte sich, dass die Zellkörper der Nervenzellen im REM-Schlaf deaktiviert werden. Die sogenannten Dendriten hingegen, feinste plasmatische Verästelungen, die den Kontakt zu Tausenden anderer Nervenzellen herstellen, sind aktiv. Diese Entkopplung ist laut Adamantitis deshalb von Bedeutung, weil das Gehirn die Unterscheidung zwischen Sicherheit und Gefahr in den Dendriten macht. Gleichzeitig wird aber die Überreaktion auf Emotionen, insbesondere auf Gefahr, blockiert.

Gemäss den Forschenden ist das Nebeneinander dieser beiden Mechanismen für die Stabilität und das Überleben einer Spezies von Vorteil. Fehlt eine optimale Unterscheidung zwischen Sicherheit und Gefahr kommt es beim Menschen zu übermässigen Furchtreaktionen, was unter anderem zu Angststörungen führen kann. (sda)

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