Nationalrat will Wiedereinstieg ins Berufsleben unterstützen

Dienstag, 28. April 2026
Der Nationalrat hat eine Motion gutgeheissen, die ein neues Programm für Personen fordert, die ihre Erwerbstätigkeit aus familiären Gründen während mehrerer Jahre unterbrochen haben. Das Programm soll von der Arbeitslosenversicherung finanziert werden.

Ein neues nationales Programm «Supported Re-Entry» soll vom Bund lanciert werden – nach dem Vorbild des Programms «Supported Employment», das Personen ab 50 Jahren während 18 Monaten bei der Suche nach einer Erwerbstätigkeit sowie bei deren Erhalt unterstützt. Der Nationalrat hat die Motion des Tessiner Mitte-Politikers Giorgio Fonio angenommen. In der Motion erklärt Fonio, die Forschung zeige, dass rund 11 bis 15% der erwerbstätigen Frauen nach der Geburt eines Kinds unfreiwillig aus dem Erwerbsleben aussteigen würden. Beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt stiessen diese Personen jedoch auf grosse Hindernisse.

Das Programm richtet sich an Personen, die nach mehreren Jahren Abwesenheit in den Arbeitsmarkt zurückkehren möchten. Es soll auf die spezifischen Bedürfnisse von Wiedereinsteigenden eingehen und eine mehrmonatige Begleitung (Coaching) anbieten. Auch Personen ohne Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung sollen daran teilnehmen können, da Wiedereinsteigende gleich behandelt werden sollten wie andere Stellensuchende.

Forderung eines Travailsuisse-Positionspapiers von 2024

Im Juni 2024 hatte Travailsuisse ein Positionspapier zum Thema Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt veröffentlicht. Die Motion Fonio greife laut Mitteilung des Arbeitnehmerdachverbands eine der zentralen Forderungen daraus auf. Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik bei Travailsuisse, erklärt in der Medienmitteilung: «Personen ohne Arbeitslosenentschädigung haben nur sehr eingeschränkten Zugang zu arbeitsmarktlichen Massnahmen. Die bestehenden Instrumente sind nicht darauf ausgelegt, einen Wiedereinstieg nach einem längeren Erwerbsunterbruch wirksam zu begleiten – ein Unterbruch, von dem mehrheitlich Frauen betroffen sind.»

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