Leichte Eintrübung am Schweizer Arbeitsmarkt
Die Stimmung am Schweizer Arbeitsmarkt hat sich auf hohem Niveau leicht eingetrübt. Ein Ende des Fachkräftemangels ist weiterhin nicht in Sicht.
Ein neues nationales Programm «Supported Re-Entry» soll vom Bund lanciert werden – nach dem Vorbild des Programms «Supported Employment», das Personen ab 50 Jahren während 18 Monaten bei der Suche nach einer Erwerbstätigkeit sowie bei deren Erhalt unterstützt. Der Nationalrat hat die Motion des Tessiner Mitte-Politikers Giorgio Fonio angenommen. In der Motion erklärt Fonio, die Forschung zeige, dass rund 11 bis 15% der erwerbstätigen Frauen nach der Geburt eines Kinds unfreiwillig aus dem Erwerbsleben aussteigen würden. Beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt stiessen diese Personen jedoch auf grosse Hindernisse.
Das Programm richtet sich an Personen, die nach mehreren Jahren Abwesenheit in den Arbeitsmarkt zurückkehren möchten. Es soll auf die spezifischen Bedürfnisse von Wiedereinsteigenden eingehen und eine mehrmonatige Begleitung (Coaching) anbieten. Auch Personen ohne Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung sollen daran teilnehmen können, da Wiedereinsteigende gleich behandelt werden sollten wie andere Stellensuchende.
Im Juni 2024 hatte Travailsuisse ein Positionspapier zum Thema Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt veröffentlicht. Die Motion Fonio greife laut Mitteilung des Arbeitnehmerdachverbands eine der zentralen Forderungen daraus auf. Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik bei Travailsuisse, erklärt in der Medienmitteilung: «Personen ohne Arbeitslosenentschädigung haben nur sehr eingeschränkten Zugang zu arbeitsmarktlichen Massnahmen. Die bestehenden Instrumente sind nicht darauf ausgelegt, einen Wiedereinstieg nach einem längeren Erwerbsunterbruch wirksam zu begleiten – ein Unterbruch, von dem mehrheitlich Frauen betroffen sind.»
Die Stimmung am Schweizer Arbeitsmarkt hat sich auf hohem Niveau leicht eingetrübt. Ein Ende des Fachkräftemangels ist weiterhin nicht in Sicht.
Im Jahr 2019 erfassten in der Schweiz 73.9% der Arbeitnehmenden ihre Arbeitsstunden, während es in der Europäischen Union (EU) lediglich 58.1% waren. Die Teleheimarbeit hat 2020 deutlich zugenommen, ist aber je nach Wirtschaftsbranche unterschiedlich verbreitet. Dies sind einige Ergebnisse der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung des Bundesamts für Statistik (BFS).
vps.epas | Postfach | CH-6002 Luzern | Tel. +41 41 317 07 07 | info@vps.epas.ch