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Trendwende am Arbeitsmarkt

Dienstag, 18. Mai 2021
Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt passen Nachfrage und Angebot immer weniger zusammen. Trotz steigender Arbeitslosenzahlen war es noch nie so schwierig, freie Stellen zu besetzen. Tendenz steigend. Es brauche daher gezielte Weiterbildungen, heisst es seitens des Verbands Angestellte Schweiz.

Aktuelle Auswertungen bestätigen laut Angestellte Schweiz die Trendwende: Im letzten Halbjahr ist die Nachfrage nach Arbeitskräften markant gestiegen: Der Fachkräftemangel zwischen November 2020 und April 2021 stieg um 262%. Demgegenüber steht eine Erwerbslosenquote gemäss ILO (Internationale Arbeitsorganisation) von 5% mit rund 238000 Arbeitslosen. Die paradoxe Entwicklung verschärft sich zunehmend. Während Unternehmen auf der einen Seite Mitarbeitende entlassen, suchen sie auf der anderen Seite neues, anders qualifiziertes Personal. Das zeigten die Erhebungen des Arbeitsmarktspezialisten Tino Senoner, CEO der Dynajobs AG in Brugg.

Gesucht sind anders qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber

Seine Auswertungen stellt Dynajobs in einem Dashboard dar: dem Universe of Skills. Dieses zeigt Ende April einen erhöhten Rekrutierungsbedarf. «Die Post-Corona-Zeit hat begonnen», lässt sich Senoner, zitieren «die Unternehmen suchen markant mehr Personal». Sie suchen in ihren aktuellen Stelleninseraten nach Mitarbeitenden mit Kompetenzen, die der neuen Arbeitswelt nach Corona entsprächen. Dabei zeige sich unter anderem: Es fehlen immer mehr Fachkräfte mit ICT-Kenntnissen oder mit Kompetenzen in der sozialen Betreuung.

Am markantesten öffnet sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage bei der Rekrutierung von Fachkräften in der Bankinformatik, bei kaufmännischen und pflegerischen Berufen. «Der bestehende Arbeitskräftemangel im Pflegebereich hat sich durch Corona verschärft», so Senoner. Man müsse Arbeitssuchende daher durch Upskillings für die Pflegebranche fit machen, «der Pflegebranche droht ein Rekrutierungs-Kollaps». Der Post-Corona-Arbeitsmarkt verlange zudem stark zunehmend nach neuen Mitarbeitenden mit einem Universitäts-, Hochschul-, und Fachhochschulabschluss. Immer mehr gefragt seien auch Führungspersonen für das mittlere Kader. Ebenso benötigten Bank-IT-Fachleute oder kaufmännisch Angestellte passgenaue Weiterbildungen, um neue digitale Kenntnisse zu erwerben und der Nachfrage im Markt zu entsprechen.

Passgenaue Weiterbildungen anbieten

Auch die Arbeitnehmenden selbst seien gefordert, sich den neuen Anforderungen zu stellen. «Wenn wir die Chancen heute anpacken, stehen wir morgen besser da», sagt Stefan Studer, Geschäftsführer Angestellte Schweiz. Dazu seien gezielte, passgenaue Weiterbildungen nötig. Diese müssten den Suchprofilen und Bedürfnissen der Unternehmen entsprechen. So fänden die Suchenden und Gesuchten wieder zueinander.

Trotz zunehmenden Stellenabbaus bei Schweizer Unternehmen gibt sich Studer optimistisch und sagt: «Die beste Zeit, sich beruflich neu auszurichten, ist jetzt.» Die Post-Corona-Situation biete Gelegenheit, alte Muster aufzubrechen und neue Fähigkeiten aufzubauen. Er empfiehlt, die kommenden Monate oder die Sommerferien für Upskillings zu nutzen.

Medienmitteilung Angestellte Schweiz

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