So sorgt Emmi vor

Montag, 26. Januar 2026 - Judith Fischer
Natalie Rüedi ist HR-Leiterin bei Emmi und Arbeitgebervertreterin im Stiftungsrat der Emmi Vorsorgestiftung. Im Interview erklärt sie die Bedeutung der firmeneigenen Pensionskasse, wie Emmi die Mitarbeitenden auf die Pensionierung vorbereitet und wie sie ihre Doppelfunktion erlebt.

Natalie Rüedi ist HR-Leiterin bei Emmi und Arbeitgebervertreterin im Stiftungsrat der
Emmi Vorsorgestiftung.

Natalie Rüedi, welche Bedeutung hat die Emmi Vorsorgestiftung für die Arbeitgeberattraktivität von Emmi?

Die Emmi Vorsorgestiftung ist ein wichtiger Pfeiler unseres Anstellungsangebots. Sie steht für Sicherheit und Verlässlichkeit über das Arbeitsalter hinaus. Die Tatsache, dass unsere Pensionskasse überobligatorische Leistungen bietet, ist ein starkes Argument für Bewerberinnen und Bewerber, sich für Emmi zu entscheiden.

Wo sehen Sie den Vorteil einer firmeneigenen Vorsorgeeinrichtung gegenüber einer Lösung über eine Sammeleinrichtung?

Eine firmeneigene Vorsorgeeinrichtung wie die Emmi Vorsorgestiftung erlaubt uns, die Interessen unserer Mitarbeitenden gezielt zu vertreten und gleichzeitig auf die spezifischen Bedürfnisse unseres Unternehmens einzugehen. Die direkte Einflussnahme über den paritätisch zusammengesetzten Stiftungsrat – bestehend aus sechs Arbeitgeber- und sechs Arbeitnehmervertretern – schafft Vertrauen in unsere Lösung. Die eigene Stiftung erlaubt uns auch, die Kommunikation zwischen Stiftung und Mitarbeitenden besser zu gestalten.

Wie informieren Sie neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Leistungen der Pensionskasse?

Die Information erfolgt mehrstufig: Bereits im Onboarding erhalten neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Überblick über die Leistungen der Emmi Vorsorgestiftung – entweder durch HR oder direkt durch die Geschäftsstelle der Stiftung. Zusätzlich besuchen Mitarbeitende der Stiftung jährlich alle Standorte, um persönlich zu beraten. Diese Nähe ist uns wichtig, denn Vorsorge ist ein sensibles Thema, das Vertrauen und individuelle Begleitung braucht.

Wie wird die finanzielle Bildung bzw. das Vorsorgeverständnis der Mitarbeitenden gefördert?

Wir setzen auf persönliche Beratung und transparente Kommunikation. Die Geschäftsstelle bietet individuelle Gespräche zu Themen wie Einkauf, Pensionsformen oder Scheidung an. Darüber hinaus fördern wir das Verständnis durch gezielte Informationsschreiben zu Aktualitäten. Zu wichtigen grundlegenden Themen haben wir zudem Erklärvideos zusammengestellt, die die Sachverhalte auf einfache Art erklären. Unser Ziel ist es, dass alle Mitarbeitenden die eigene Vorsorgesituation verstehen und aktiv gestalten können. Spezifisch für Frauen haben wir in einem Workshop zur Stärkung der finanziellen Unabhängigkeit deshalb auch die Vorsorgesituation eigens beleuchtet. Emmi stärkt zudem das Finanzwissen generell mit einer eigenen Finance Academy für Nicht-Finanz-Mitarbeitende.

Wie bereiten Emmi als Arbeitgeberin und die Pensionskasse die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Pensionierung vor?

Die Vorbereitung beginnt frühzeitig. Mitarbeitende werden aktiv auf die Möglichkeit von Vorsorgeeinkäufen, Teilpensionierungen und vertiefenden Beratungsgesprächen hingewiesen. Es gibt zudem einen Vorbereitungskurs zur Pensionierung, der viele Aspekte des neuen Lebensabschnitts aufgreift und Vertiefungsmaterial anbietet. In den persönlichen Gesprächen geht es darum, die individuelle Situation anzusehen und den Versicherten Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Sie sind als HR-Verantwortliche ­zugleich Arbeitgeberstiftungsrätin. Wie ergänzen sich diese beiden Funktionen?

Diese Doppelfunktion erlaubt mir, die strategischen Ziele von Emmi mit den Interessen der Stiftung zu verknüpfen – ohne dabei die Unabhängigkeit der Stiftung zu gefährden. Als HR-Leiterin kenne ich die Situation unserer Mitarbeitenden und kann diese im Stiftungsrat gezielt einbringen. Ich kann aber auch Themenfelder der Stiftung bei Entscheidungen zur Ausgestaltung der Anstellungsbedingungen von Emmi einfliessen lassen. Es ist sicher immer wichtig, mir bewusst zu sein und auch klarzumachen, mit welchem Hut ich gerade in einem Meeting sitze.

Wie gehen Sie mit potenziellen Interessenkonflikten in der Doppelfunktion um?

Transparenz ist entscheidend. In Diskussionen ist es wichtig zu klären, in welcher Rolle ich gerade amtiere und was in dieser Rolle von mir gefordert ist. Wir alle sind zudem in keinem der Entscheidungsgremien allein verantwortlich. Die ausgewogene Mischung der Mitglieder im Stiftungsrat sichert per se abgewogene Entscheidungen.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit den anderen Stiftungsräten? Sehen Sie Unterschiede zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberstiftungsräten?

Die Zusammenarbeit ist geprägt von gegenseitigem Respekt und einem gemeinsamen Ziel: die bestmögliche Vorsorge für unsere Mitarbeitenden. Natürlich bringen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter unterschiedliche Perspektiven ein – das ist auch bewusst gewünscht. Alle haben einen unterschiedlichen Hintergrund, verschiedene Erfahrungen oder Kenntnisse. Für alle im Stiftungsrat gibt es – gerade am Anfang – viel zu lernen. Wir sorgen generell dafür, dass alle genügend Sachkenntnisse haben, um die Themen zu verstehen. Wir sorgen zudem für einen offenen Dialog und eine gute Vertrauensbasis. Das ist wichtig, damit man sich getraut, Fragen zu stellen oder seine persönliche Meinung einzubringen.

Emmi Vorsorgestiftung

(Zahlen per Ende 2024)

Gründungsjahr: 1949
Bilanzsumme: 1.2 Mrd. Franken
Aktive: 3065
Rentner: 1344
Deckungsgrad: 119.5%
Technischer Zins: 1.75% mit Generationentafeln
Verzinsung: 4% (3.7% im Durchschnitt über 5 Jahre)
Performance auf dem Gesamtvermögen: 6.9%
Präsident: Marc Hoppler
Geschäftsführung: Artizana Paqarizi, Raymond Alder

Artikel teilen


Dossiers

Zum Fokus

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Folgen sie uns auf