Wo sehen Sie den Vorteil einer firmeneigenen Vorsorgeeinrichtung gegenüber einer Lösung über eine Sammeleinrichtung?
Eine firmeneigene Vorsorgeeinrichtung wie die Emmi Vorsorgestiftung erlaubt uns, die Interessen unserer Mitarbeitenden gezielt zu vertreten und gleichzeitig auf die spezifischen Bedürfnisse unseres Unternehmens einzugehen. Die direkte Einflussnahme über den paritätisch zusammengesetzten Stiftungsrat – bestehend aus sechs Arbeitgeber- und sechs Arbeitnehmervertretern – schafft Vertrauen in unsere Lösung. Die eigene Stiftung erlaubt uns auch, die Kommunikation zwischen Stiftung und Mitarbeitenden besser zu gestalten.
Wie informieren Sie neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Leistungen der Pensionskasse?
Die Information erfolgt mehrstufig: Bereits im Onboarding erhalten neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Überblick über die Leistungen der Emmi Vorsorgestiftung – entweder durch HR oder direkt durch die Geschäftsstelle der Stiftung. Zusätzlich besuchen Mitarbeitende der Stiftung jährlich alle Standorte, um persönlich zu beraten. Diese Nähe ist uns wichtig, denn Vorsorge ist ein sensibles Thema, das Vertrauen und individuelle Begleitung braucht.
Wie wird die finanzielle Bildung bzw. das Vorsorgeverständnis der Mitarbeitenden gefördert?
Wir setzen auf persönliche Beratung und transparente Kommunikation. Die Geschäftsstelle bietet individuelle Gespräche zu Themen wie Einkauf, Pensionsformen oder Scheidung an. Darüber hinaus fördern wir das Verständnis durch gezielte Informationsschreiben zu Aktualitäten. Zu wichtigen grundlegenden Themen haben wir zudem Erklärvideos zusammengestellt, die die Sachverhalte auf einfache Art erklären. Unser Ziel ist es, dass alle Mitarbeitenden die eigene Vorsorgesituation verstehen und aktiv gestalten können. Spezifisch für Frauen haben wir in einem Workshop zur Stärkung der finanziellen Unabhängigkeit deshalb auch die Vorsorgesituation eigens beleuchtet. Emmi stärkt zudem das Finanzwissen generell mit einer eigenen Finance Academy für Nicht-Finanz-Mitarbeitende.
Wie bereiten Emmi als Arbeitgeberin und die Pensionskasse die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Pensionierung vor?
Die Vorbereitung beginnt frühzeitig. Mitarbeitende werden aktiv auf die Möglichkeit von Vorsorgeeinkäufen, Teilpensionierungen und vertiefenden Beratungsgesprächen hingewiesen. Es gibt zudem einen Vorbereitungskurs zur Pensionierung, der viele Aspekte des neuen Lebensabschnitts aufgreift und Vertiefungsmaterial anbietet. In den persönlichen Gesprächen geht es darum, die individuelle Situation anzusehen und den Versicherten Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Sie sind als HR-Verantwortliche zugleich Arbeitgeberstiftungsrätin. Wie ergänzen sich diese beiden Funktionen?
Diese Doppelfunktion erlaubt mir, die strategischen Ziele von Emmi mit den Interessen der Stiftung zu verknüpfen – ohne dabei die Unabhängigkeit der Stiftung zu gefährden. Als HR-Leiterin kenne ich die Situation unserer Mitarbeitenden und kann diese im Stiftungsrat gezielt einbringen. Ich kann aber auch Themenfelder der Stiftung bei Entscheidungen zur Ausgestaltung der Anstellungsbedingungen von Emmi einfliessen lassen. Es ist sicher immer wichtig, mir bewusst zu sein und auch klarzumachen, mit welchem Hut ich gerade in einem Meeting sitze.
Wie gehen Sie mit potenziellen Interessenkonflikten in der Doppelfunktion um?
Transparenz ist entscheidend. In Diskussionen ist es wichtig zu klären, in welcher Rolle ich gerade amtiere und was in dieser Rolle von mir gefordert ist. Wir alle sind zudem in keinem der Entscheidungsgremien allein verantwortlich. Die ausgewogene Mischung der Mitglieder im Stiftungsrat sichert per se abgewogene Entscheidungen.