Geschlechterbalance in Schweizer Verwaltungsräten von 2004 bis heute: die Richtung stimmt, das Tempo ist zu langsam
Der Frauenanteil in Schweizer Verwaltungsräten nimmt seit der ersten Studie vor 18 Jahren nur langsam zu. Das zeigt sich insbesondere im Vergleich mit den westeuropäischen Nachbarstaaten: Der Anteil der weiblichen Verwaltungsräte in der Schweiz liegt mit 29.1% unter dem westeuropäischen Durchschnitt von 35.5%. Frankreich erhöhte seinen Frauenanteil seit 2004 von 6% auf insgesamt 45.3% und führt damit die westeuropäischen Staaten an.
Mit Blick auf ganz Westeuropa hat sich der Frauenanteil in den vergangenen zwei Jahren in den Verwaltungsräten schneller als in den vergangenen zehn Jahren zuvor gesteigert. Heute sind deutlich mehr Frauen Teil eines Verwaltungsrats als im weltweiten Durchschnitt. Dies trifft auch auf die Schweiz zu, jedoch muss auch bemerkt werden, dass von den insgesamt 10.6% neuer Verwaltungsratssitze 6.8% auf Männer und nur 3.8% auf Frauen entfielen. Die durchschnittliche Verwaltungsratsgrösse in der Schweiz umfasst dabei 9.7 Sitze.
Verwaltungsratsgremien internationalisieren sich global nur schleppend
Unabhängig vom Geschlecht liegt der durchschnittliche Anteil von Verwaltungsratsmitgliedern mit internationalem Hintergrund auf globaler Ebene bei etwa einem Viertel – und sinkt seit 2012 in fast allen Weltregionen. Westeuropa verzeichnet mit einem Durchschnitt von fast 39% als einzige Region einen kontinuierlichen, wenn auch eher langsamen Aufwärtstrend. Die Schweiz ist hier eine Ausnahme und liegt in diesem Bereich mit einem Anteil von 63.5% deutlich über dem westeuropäischen Durchschnitt. Bemerkenswert ist dabei der sehr hohe Anteil weiblicher Verwaltungsratsmitglieder mit internationalem Hintergrund, der in der Schweiz gar bei 75.8% liegt.
Egon-Zehnder-Studie zur Diversität in Schweizer Verwaltungsräten: 29.1% von Frauen besetzt