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Eigenverantwortung gewinnt in Vorsorge an Bedeutung

Die Menschen in der Schweiz wollen ihre finanzielle Zukunft zunehmend selbst gestalten. Gleichzeitig fühlen sich immer weniger von ihnen finanziell selbstbestimmt. Fast die Hälfte der befragten Personen ist sich bewusst, dass die AHV allein nicht reicht.

07.10.2026
Lesezeit: 2 min
iStock / simonbradfield

Wenn es um ihre finanzielle Zukunft geht, verlassen sich Schweizerinnen und Schweizer immer weniger auf staatliche Lösungen. Fast jede zweite befragte Person (45%) ist sich bewusst, dass die AHV nur eine finanzielle Grundabsicherung bieten wird. Weitere 7% gehen laut dem Swiss Life-Selbstbestimmungsbarometer 2026 sogar davon aus, dass die staatliche Rente für sie gar keine Rolle spielen wird.

Viele gehen davon aus, künftig stärker selbst für ihre finanzielle Absicherung verantwortlich zu sein. Mehr als jede dritte Person (35%) erwartet sogar, im Alter zusätzliche Einkommensquellen oder einen Nebenjob zu benötigen, um den gewohnten Lebensstandard halten zu können. Auch bei finanziellen Schwierigkeiten ist das Vertrauen in staatliche Unterstützung begrenzt: Lediglich 22% vertrauen darauf, dass der Staat sie im Fall einer finanziellen Schieflage auffangen würde.

Das Bewusstsein für Eigenverantwortung wächst

Parallel dazu steigt die Bereitschaft, die eigene Vorsorge aktiv anzugehen. 45% der Befragten sehen sich heute selbst als hauptverantwortlich für den Erfolg oder Misserfolg ihrer finanziellen Vorsorge. Das sind 4 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Auch langfristiges Sparen gewinnt an Bedeutung: 58% finden es wichtig, Geld für die Zukunft zurückzulegen. Jede zweite befragte Person ist überzeugt, dass die Altersvorsorge direkt nach dem Berufseinstieg beginnen sollte. 20% würden sogar bereits während der Ausbildung oder des Studiums damit starten.

Gleichzeitig hat die Bedeutung finanzieller Selbstbestimmung einen neuen Höchstwert erreicht: 82% der Schweizerinnen und Schweizer möchten ihr Leben finanziell selbstbestimmt gestalten können. 2025 lag dieser Wert noch bei 80%, 2024 bei 79%. Inflation, geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten führen dazu, dass sich viele Menschen intensiver mit ihrer finanziellen Zukunft auseinandersetzen. Ein Viertel der Befragten gibt an, sich deshalb mehr um finanzielle Absicherung und Vorsorge zu kümmern.

Zwischen Anspruch und Realität klafft eine Lücke

Der Wunsch nach finanzieller Selbstbestimmung wächst zwar stetig, die Realität vieler Menschen hält damit jedoch nicht Schritt. Während heute 82% der Bevölkerung ihr Leben finanziell selbstbestimmt gestalten möchten, fühlen sich nur noch 44% tatsächlich finanziell selbstbestimmt. Vor fünf Jahren lag dieser Wert noch bei 51%. Als wichtigste Gründe nennen die Befragten steigende Lebenshaltungskosten, Einkommensverluste und gesundheitliche Probleme.

Auch bei der konkreten Finanz- und Vorsorgeplanung wird die Lücke sichtbar: Nur knapp jede dritte Person (31%) gibt an, den Ruhestand gut geplant zu haben. Fast jede vierte Person empfindet die Organisation der eigenen Finanzen als Belastung. Und 22% schieben Finanz- und Vorsorgethemen regelmässig vor sich her.

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