Der Workforce-Readiness-Report basiert auf einer Umfrage unter 2000 HR- und IT-Entscheidungsträgern sowie Mitarbeitenden aus Unternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten in Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum.
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Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Prozesse und Geschäftsmodelle. Sie verändert auch die Anforderungen an Mitarbeitende. Für HR-Verantwortliche stellt sich deshalb zunehmend die Frage, wie Unternehmen ihre Belegschaft auf einen Wandel vorbereiten können, der nicht mehr punktuell, sondern permanent stattfindet.
Eine aktuelle Studie des HR-Software-Anbieters Cornerstone zeigt, dass viele Unternehmen den Anpassungsdruck erkannt haben, bei der Umsetzung jedoch noch erhebliche Herausforderungen bestehen. Besonders relevant für Schweizer Arbeitgeber: Die Studie macht deutlich, dass Workforce Readiness heute weit mehr ist als Weiterbildung. Sie wird zu einer strategischen Führungsaufgabe an der Schnittstelle von HR, IT und Unternehmensleitung.
Die Ausgangslage ist klar. 65 Prozent der befragten Unternehmen berichten von einem hohen Mass an Veränderung in den vergangenen zwölf Monaten. Als wichtigste Treiber werden KI-Anwendungen, neue Technologien, veränderte Prozesse und steigende Anforderungen an die Mitarbeitenden genannt. Gleichzeitig erwarten die meisten Unternehmen keine Entspannung. Fast sieben von zehn Befragten gehen davon aus, dass sich das hohe Transformationstempo fortsetzt.
Besonders bemerkenswert ist die Diskrepanz zwischen Management und Belegschaft. Während Führungskräfte von tiefgreifenden Veränderungen sprechen, fühlen sich viele Mitarbeitende nicht ausreichend auf die Zukunft vorbereitet. Nur 17 Prozent geben an, vollständig zu verstehen, weshalb sich die Erwartungen an ihre Rolle verändern. Ebenfalls nur 17 Prozent fühlen sich gut darauf vorbereitet, wie sich ihre Tätigkeit in den kommenden zwölf bis 24 Monaten entwickeln wird.
Für Schweizer Unternehmen ist dies eine zentrale Erkenntnis. Der Fachkräftemangel und die demografische Entwicklung erhöhen den Druck, vorhandene Mitarbeitende gezielt weiterzuentwickeln, statt den Bedarf ausschliesslich über Rekrutierung zu decken. Workforce Readiness wird damit zu einem Wettbewerbsfaktor.
Die Studie zeigt zudem, dass viele Organisationen weniger ein Datenproblem als vielmehr ein Erkenntnisproblem haben. Zwar greifen 85 Prozent der Unternehmen über mehrere Kanäle auf Personaldaten zu, doch nur 36 Prozent arbeiten mit einer einheitlichen Plattform oder einem zentralen Dashboard. Fragmentierte Daten erschweren den Überblick über vorhandene Kompetenzen und zukünftige Skill-Bedarfe. Die Folge sind verspätete Personalentscheide, länger bestehende Kompetenzlücken und verpasste Produktivitätsziele.
Bemerkenswert ist die Rolle der Zusammenarbeit zwischen HR und IT. Unternehmen, in denen beide Funktionen eng zusammenarbeiten, treffen Personalentscheidungen im Durchschnitt 13 Prozent schneller. Zudem schätzen sie ihre Fähigkeit, auf Veränderungen zu reagieren, deutlich höher ein. Dort berichten Führungskräfte beinahe dreimal häufiger, dass ihre Mitarbeitenden heute besser auf Veränderungen vorbereitet sind als vor einem Jahr.
Auch beim Einsatz von KI zeigen sich Unterschiede. Unternehmen, die KI für die Personalplanung nutzen, fühlen sich deutlich besser in der Lage, zukünftige Kompetenzanforderungen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Massnahmen einzuleiten. KI wird dabei nicht primär als Automatisierungsinstrument verstanden, sondern als Unterstützung für fundiertere und schnellere Personalentscheide.
Für die Praxis bedeutet dies: Workforce Readiness sollte nicht als isoliertes HR-Projekt verstanden werden. Entscheidend ist die systematische Verknüpfung von Geschäftsstrategie, Technologieplanung und Kompetenzentwicklung. Gerade für Schweizer Unternehmen, die sich in einem Umfeld von Digitalisierung, Fachkräftemangel und wirtschaftlicher Unsicherheit bewegen, wird die Fähigkeit zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Belegschaft zu einer Kernkompetenz.
Der Workforce-Readiness-Report basiert auf einer Umfrage unter 2000 HR- und IT-Entscheidungsträgern sowie Mitarbeitenden aus Unternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten in Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum.
«Workforce Readiness»: Warum HR und IT enger zusammenarbeiten sollten