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Apps für Covid-Testungen und -Zertifikate

Donnerstag, 30. Dezember 2021 - Karen Heidl
Man kann dazu stehen, wie man will – Covid-Test- und Zertifikatspflicht sind ­Themen, mit denen man sich auseinandersetzen muss, und in zunehmendem Masse ist davon auch die Arbeitswelt betroffen. Die Unternehmen müssen sich auf wechselnde Regimes wie 2G oder 3G einstellen, und dies gilt nicht nur für Veranstaltungen und Kundenverkehr, sondern auch für den internen Betriebsablauf.

Dabei können Apps helfen, die die datenschutzkonforme Überwachung von Ansteckungsketten, Zertifikaten und Testungen unterstützen – welche Möglichkeiten gibt es dafür?

Check-in-Funktion der SwissCovid-App

Seit einigen Monaten bietet unsere ständige Begleiterin,
die Covid-Warnapp SwissCovid-App (sieht hier im Web: bit.ly/3oBm32r), eine Check-in-Funktion. Veranstalter können mithilfe der App einen Code generieren, der wiederum von Besucherinnen einer Veranstaltung, einer Sitzung, einer Vorlesung oder eines Seminars gescannt werden kann. Die Präsenzdaten bleiben auf dem Smartphone der Nutzerinnen und werden nach vierzehn Tagen gelöscht. Wenn eine Ansteckung mit einem entsprechenden Code, den positiv Getestete erhalten, in der SwissCovid-App registriert wird, erhalten diejenigen, die jeweils auf der gleichen Veranstaltung waren, eine Warnung und können sich testen lassen. Dies funktioniert ausgesprochen einfach. Das BAG empfiehlt, den Veranstaltungscode ausgedruckt und gut sichtbar bei den jeweiligen Veranstaltungen auszulegen, also beispielsweise bei Beginn eines Meetings, in der Cafeteria (mit täglichem Wechsel) oder für jedes Präsenzseminar.

Digitalkeycode-App

Einen anderen Weg geht die Universität Bern. Für Prof. Daniel Candinas, Vizerektor Forschung und Mitglied des Corona-Krisenstabs der Universität Bern, ist das Testen ein wesentlicher Bestandteil der Pandemiebekämpfung, während es den Studierenden ermöglicht werden sollte, an Präsenzveranstaltungen der Universität teilzunehmen. Im Mai 2021 startete dazu ein Projekt zusammen mit dem Unternehmen Swissone Medical AG, deren Software-Lösung Digitalkeycode für eigene Bedürfnisse adaptiert wurde.

Digitalkeycode ist eine in Deutschland entwickelte App, mit der Testzertifikate erstellt werden können. Dazu werden normalerweise Antigen-Schnelltests mit speziellen QR-Codes eingesetzt. An der Universität Bern wich man vom Standardprocedere ab und verknüpfte die App mit dem eigenen Testlabor, in dem PCR-Tests ausgewertet wurden. Diese Tests werden gratis den Studierenden und Mitarbeitenden der Universität Bern angeboten, damit diese mit einem internen Zertifikat ausgestattet die Möglichkeit haben, an Vorlesungen und Seminaren teilzunehmen bzw. ihrer Arbeit nachzugehen, sofern sie nicht geimpft sind. Dazu wurden Teststationen aufgebaut, an denen sich die zu testenden Personen mit ihrem Studenten- oder Mitarbeiter-Badge identifizieren und registrieren. Diese ID wird gematcht mit den QR-Codes der jeweiligen Probe, die ins Labor geht und kontrolliert wird. Das Labor gibt dann über die Software das universitätsinterne Zertifikat ab. «Es ist uns wichtig, dass die sichere Nutzung des Bildungsangebots unabhängig von Impfpräferenzen ermöglicht werden kann», meint Prof. Candinas. Swissone Medical AG begleitete mit den deutschen Entwicklern des Wiesbadener Unternehmens Makrolog die Adaption und das Roll-out bis zum Oktober. Die Anwendung entspricht sowohl dem neuen Schweizerischen Datenschutzgesetz DSG als auch den europäischen Datenschutzregelungen.

 

Täglich werden einige hundert Tests auf dem Campus mit ca. 20000 Studierenden und fast 4000 Mitarbeitenden durchgeführt. Die HR-Abteilung hat das Projekt im Krisenstab begleitet, während sie in den technischen Roll-out nicht involviert war. Grösser waren die Herausforderungen in der Logistik, so Candinas, hinsichtlich des Aufbaus der Teststationen. Das Angebot wurde von Studierenden und Mitarbeitenden gut angenommen, die sehr dankbar waren, dass die 3G-Politik mit dieser Massnahme begleitet wurde.

 Diese Implementation im Zusammenspiel mit einem zertifizierten Labor ist aufwändiger als das Standard-Setup mit Digitalkeycode, das mit Antigentests arbeitet, die quasi «stand-by» durchgeführt werden können, während die zu testende Person wartet. In dieser Standard-Variante ist das Ausrollen im Unternehmen relativ schnell möglich. Herzstück ist die App selbst.

Software zum Prüfen von Zertifikaten

Eine Alternative für die Covid-Certificate Check-App des BAG, mit der Covid-Zertifikate verifiziert werden, hat ebenfalls das Schweizer Unternehmen Swissone Medical AG gelauncht.

Die sogenannte Digitalkeycheck-App bietet über den Check des Zertifikatscodes hinaus datenschutzkonforme automatisierte Ausweiskontrolle, Besucherzählung und Multi-Geräte-Synchronisation. Datenschutz bedeutet dabei vor allem Privacy by Design, wie Andreas Herberger, Geschäftsführer der Entwicklerfirma der App, Makrolog, ausführt. Dabei handelt es sich um das Konzept, dass keine User-spezifischen Daten beim Software-Anbieter gespeichert werden. In Fällen, die dies erforderlich machten, müssten die Anwenderinnen diesem Vorgang explizit zustimmen.

Mit der App lassen sich Zertifikatsüberprüfungen durchführen und dokumentieren – wobei diese Dokumentation der Zustimmung der Mitarbeitenden, ihrer Vertretung oder der Teilnehmenden einer Veranstaltung bedarf. Es gibt zwei Betriebsmodi: anonymisiert und nichtanonymisiert, so erläutert Andreas Herberger die Funktionalität vor dem Hintergrund der Datenschutzanforderungen. Digitalkeycheck kann den digitalen oder ausgedruckten QR-Code des Schweizer Covid-Zertifikats, des EU-Impfpass-Zertifikats, des Genesenen-Zertifikats und des Antigen-Test-Zertifikats scannen und auf seine Gültigkeit prüfen. Nach dem Scan des Zertifikats wird dann der Ausweis gescannt, um automatisiert Name und Geburtsdatum abzugleichen.

Die High-Speed-Multiscan-Funktion der App ermöglicht zudem das einfache reihenweise Erfassen von sehr vielen Zertifikaten, um bei grossem Andrang Wartezeiten zu verkürzen. Für Grossveranstaltungen lassen sich darüber hinaus auch Hand-Scanner oder Signalisationstafeln via Bluetooth verbinden.

Damit bietet sich die App vor allem für Unternehmen an, die in kurzer Zeit mit sehr vielen Daten arbeiten wollen – vor dem Hintergrund des sensiblen Themas Datenschutz hätte man sich mehr Informationen über die Gesellschafter des Anbieterunternehmens Swissone Medical AG gewünscht, dessen Verwaltungsratspräsident Adrian C. Bürgi ist, ein Anwalt und Multiunternehmer, der aus der für ihre Kunstsammlung bekannten Berner Bürgi-Familie stammt.

 

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