Auf dieser Seite werden Cookies verwendet. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert Inhalte und Werbung anzuzeigen. Indem Sie die Seite nutzen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Weitere Infos

OK

Gesundheitssystem leidet unter Koordinationsproblemen

Dienstag, 17. Januar 2023
Eine neue Studie untersucht zum ersten Mal seit der Pandemie die Widerstandsfähigkeit des Schweizer Gesundheitssystems. Die Forschenden der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) stellen akuten Handlungsbedarf bei den Themen Personal und Koordination fest.

«Mit dem Abklingen der Pandemie und dem Auftreten neuer Krisen müssen alle Akteure gemeinsam sicherstellen, dass unser Gesundheitssystem künftigen Schocks und Belastungen langfristig standhält», wurde ZHAW-Gesundheitsökonom Simon Wieser in einer Mitteilung der Hochschule zitiert. Das Gesundheitswesen sei zwar im Vergleich zu anderen OECD-Ländern personell gut ausgestattet und das Personal werde vergleichsweise gut bezahlt, schrieben die Forschenden im Bericht. Trotzdem betreffe der Personalmangel Ärzte und Ärztinnen, Pflegende und andere Fachkräfte.

Das Forschungsteam empfiehlt deshalb, die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu verbessern. So könne verhindert werden, dass Pflegekräfte ihre Arbeitszeiten verringern oder frühzeitig aus dem Beruf aussteigen. Zudem fordern die Forscher, dass mehr Ärztinnen und Ärzte ausgebildet werden.

Digitale Plattform zur Koordination fehlt

Weiter bestehe Verbesserungsbedarf bei der Schnittstelle zwischen Kantonen und Bund. «Die Covid-19-Pandemie hat einen erhöhten Koordinierungsbedarf zwischen dem Bund und den Kantonen verdeutlicht», sagte Mitautor Matthias Maurer in der Mitteilung. Eine weitere Schwachstelle wird in der mangelnden Koordination der Leistungen gesehen. Dies beträfe vor allem die Versorgung nach dem Spitalaustritt. Den vielleicht wichtigsten Grund für die schlechte Koordination sehen die Autoren darin, dass die Schweiz bei der Einrichtung digitaler Gesundheitsplattformen hinter den meisten vergleichbaren Ländern hinterherhinkt.

Die Studie ist Teil eines wissenschaftlichen Projektes mit Beteiligung von über 20 Ländern. Der Bericht stützt sich auf neueste Forschungsergebnisse und Gesundheitsdaten sowie auf Interviews mit Akteuren aus den jeweiligen Bereichen.

Artikel teilen


Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Folgen sie uns auf