SGB fordert Ausweitung des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz

Mittwoch, 04. Februar 2026
Der Schweizerische Gewerkschaftsbund sieht sich vor einer Schwächung der Sozialpartnerschaft. Als besondere Herausforderungen wurden an der Jahresmedienkonferenz der mangelnde Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und die unzureichende Lohnentwicklung genannt.

Pierre-Yves Maillard, Präsident des Gewerkschftsbunds (SGB) sprach von einem problembehafteten Jahr für die Entwicklung der Arbeitswelt in der Schweiz. Dabei stünden mit den ansteigenden Krankheitsfällen am Arbeitsplatz und der problematischen Lohn- und Arbeitszeitentwicklung zwei fundamentale Themen im Vordergrund.

«Wir stellen mit Bedauern fest, dass die Sozialpartnerschaft im vergangenen Jahr an Kraft verloren hat», so Maillard. Er bezeichnete die vom Nationalrat beschlossene Ausweitung der Sonntagsarbeit sowie die Verlängerung der Arbeitstage auf 17 Stunden als «Angriffe auf den Arbeitsplatz Schweiz».

Starker Anstieg an Krankheitsausfällen

Löhne und Einkommen seien nur ein Aspekt der problematischen Entwicklung, sagte SGB-Co-Sekretariatsleiterin Gabriela Medici. Krankheitsausfälle am Arbeitsplatz würden im dramatischen Ausmass ansteigen. Und erstmals seit 20 Jahren sei das Invaliditätsrisiko wieder angestiegen. Man kenne nicht alle Ursachen dieser Entwicklung, wisse aber, dass der Arbeitsplatz und das Qualifikationsniveau eine wichtige Rolle spielten, so Medici weiter. Als besorgniserregend bezeichnete sie, dass die Arbeitgebenden das Problem zwar erkennen, sich aber gegen Verbesserungsmassnahmen sperren würden.

Nötig seien ausreichend Personal, verlässliche Arbeits- und Ruhezeiten sowie die konsequente Durchsetzung des im Arbeitsrecht verankerten Gesundheitsschutzes. Heute würden Arbeitgebende nur alle 20 Jahre kontrolliert, neu müsse dieser Rhythmus auf zwei Jahre verkürzt werden.

Arbeit nicht als Gesundheitsgefahr deklarieren

Die Klage über die stressige Arbeitswelt sei allgegenwärtig, schreibt demgegenüber der Arbeitgeberverband. Gewerkschaften warnten vor einer «Gesundheitskrise» und forderten als Antwort kürzere Arbeitszeiten oder strengere Regulierungen. Ein Blick in die Statistik zeige: Das Gesundheitsempfinden verschlechtere sich tatsächlich. Doch wer die Arbeit reflexartig als Sündenbock brandmarke, mache es sich zu einfach.

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