Ein BarCamp ist das Gegenteil einer klassischen Konferenz. Kein fixes Programm, keine Keynote-Speaker, die von der Bühne herab Wissen verteilen. Stattdessen entsteht die Agenda des Tages gemeinsam am Morgen: Wer ein Thema mitbringt, stellt es kurz vor, sucht sich einen Raum und eine Zeit. Wer zuhören, diskutieren oder einfach mitdenken will, kommt dazu. Das Prinzip heisst «Open Space»: Jede und jeder ist gleichzeitig Teilnehmende und Mitgestaltende. Es gibt keine Zuschauer.
Genau das macht das HR BarCamp Zürich seit 2015 zu einem der lebendigsten Formate der Schweizer HR-Szene. Rund 80 HR-Profis kommen jedes Jahr zusammen, um auf Augenhöhe über das zu sprechen, was sie wirklich beschäftigt. Ohne Selbstzensur, ohne Schaufensterthemen, ohne Schere im Kopf – dafür mit konsequent gelebter Du-Kultur.
Schwerpunkt 2026: Die Agentische Organisation
Dieses Jahr dreht sich vieles um eine Frage, die HR gerade gleichzeitig fasziniert und irritiert: Was bedeutet es, wenn KI nicht mehr nur ein Tool im Hintergrund ist, sondern Teil des Teams?
Agentische Organisationen, hybride Teams aus Menschen und KI-Agenten, neue Rollen, neue Verantwortlichkeiten. Das klingt nach Zukunft. Ist es aber immer weniger. Und genau deshalb braucht HR jetzt Räume, um diese Fragen durchzudenken, bevor die Antworten von anderswo kommen. Das HR BarCamp versteht sich als genau solcher Raum: ein Denk- und Experimentierraum, in dem Ideen erlaubt sind, die heute noch nicht mehrheitsfähig sind.
Neu dieses Jahr: Mit Tomislav Maksimovic ist ein Experte mit dabei, der KI-Transformation nicht aus der HR-Perspektive kennt, sondern aus der Praxis des Mittelstands. Sein Unternehmen lebt das, was es für andere baut: hybride Teams aus Menschen und KI-Agenten. Von 28 Mitarbeitenden sind 26 KI-Agenten. Tomislav gibt morgens einen Impuls, der nicht bei Theorie bleibt. Und er ist den ganzen Tag vor Ort, um mit den Teilnehmenden gemeinsam konkrete Fragen durchzudenken: Wie sehen agentische Workflows aus? Was bedeutet das für HR? Und was für die Gesamtorganisation?
Keep it human.
Und gleichzeitig: Gerade weil KI dieses Jahr am HR Barcamp so präsent sein wird, soll immer wieder der Menschen in den Mittelpunkt gestellt werden. Das entspricht dem Wesen des BarCamps.
Ja, es soll über Technologie, über Agenten, Automatisierung und hybride Teams geredet werden. Allerdings in echten Gesprächen, zwischen echten Menschen, an einem Tisch - und auf Augenhöhe. Das HR BarCamp ist kein Ort, an dem Antworten präsentiert werden. Es ist ein Ort, an dem Fragen erlaubt, ja erwünscht sind. Auch die unbequemen. Gerade die, die noch niemand laut auszusprechen gewagt hat.
Was bedeutet es für Menschen, wenn KI Aufgaben übernimmt, die bisher als zutiefst menschlich betrachtet wurden? Was geht verloren? Was könnte gewonnen werden? Und wie lässt sich dieser Prozess aktiv gestalten, anstatt einfach alles passieren zu lassen? Genau diese Spannung auszuhalten und gemeinsam zu durchdenken, das ist das Herzstück des HR BarCamps.