Der deutsche KI-Experte und Interim Manager Eckhart Hilgenstock hat führende KI-Studien, darunter Publikationen von KPMG, Deloitte, McKinsey, BCG, IBM und Accenture ausgewertet. Sein Fazit: 2026 markiert den Übergang von punktuellen Tests hin zu unternehmensweiten KI-Rollouts. KI-Tools werden nicht mehr isoliert genutzt, sondern entlang der die gesamten Wertschöpfungskette in Produktentwicklung, Vertrieb, Logistik, Produktion, Finance – und zunehmend auch im HR-Management selbst integriert.
Damit ist HR auf verschiedenen Handlungsfeldern gefordert:
- KI-Kompetenzaufbau
- Kulturwandelgestaltung
- Führungskräftebefähigung
- Neudefinition der Arbeitsprozesse
- Sicherstellung von Governance und Compliance
KI-Skalierung verändert die Arbeit
HR muss Jobs, Prozesse und Organisation neu denken. Mit der Skalierung von KI-Anwendungen verändern sich Wertschöpfung, Rollen und Prozesse. Die Studien von BCG, Accenture und IBM zeigen übereinstimmend:
- Routineaufgaben werden automatisiert
- Entscheidungsqualität steigt
- Neue Tätigkeitsprofile entstehen
- Bestehende Rollen verschieben sich in Richtung Analyse, Steuerung und Supervision
Für HR rücken damit folgende Aufgaben in den Vordergrund:
- Jobprofile überarbeiten
- Skill- und Workforce-Planung neu ausrichten
- Talent Management anpassen
- Neue Karrierepfade entwickeln (z. B. «AI Process Owner», «Prompt Manager», «AI Governance Specialist»)
- Performance-Management-Systeme modernisieren und KI-Nutzung messbar integrieren
Kultureller Wandel statt Technikprojekt
Die Studien Generative KI in der deutschen Wirtschaft (KPMG) und Trust in AI (KPMG/University of Melbourne) unterstreichen wie entscheidend Vertrauen, Akzeptanz und Psychologie für erfolgreiche KI-Einführungen sind. Mitarbeitende benötigen Sicherheit, Orientierung und Partizipation.
HR sollte daher:
- Ängste adressieren, statt sie zu ignorieren
- Transparenz schaffen: Wozu wird KI eingesetzt, wie verändert sich die Arbeit?
- Schnelle Erfolgserlebnisse ermöglichen, z. B. über KI-gestützte Workflows im Vertrieb, Service oder HR
- Rollenprofile, Karrierewege und Kompetenzmodelle aktualisieren
Governance gewinnt an Bedeutung
Alle Studien betonen, dass fehlende Governance eines der grössten Risiken beim Einsatz von KI ist. Umgekehrt schützt ein klarer Governance-Rahmen nicht nur das Unternehmen – er erhöht auch die Akzeptanz innerhalb der Belegschaft. Insofern hat KI hat auch einen starken Einfluss auf die Weiterentwicklung von HR-Richtlinien, Datenschutz, Betriebsvereinbarungen und Compliance-Regelwerken.
HR nimmt bei der Sicherstellung der Governance auf den folgenden Handlungsfeldern eine tragende Rolle ein:
- Etablierung fairer und ethischer Regeln für KI-gestützte Entscheidungen, etwa im Recruiting oder Performance Management
- Selektion transparenter KI-Modelle
- Bias-Prävention
- Datenschutz
- Einbindung von Mitarbeitendenvertretungen
Potenziale im HR
Laut Accenture und IBM liefert KI bereits messbare Effizienz- und Produktivitätsgewinne im HR-Bereich, wobei namentlich folgende Einsatzgebiete identifiziert wurden:
- Automatisierte Screening-, Matching- und Recruitingprozesse
- KI-gestützte Erstellung von Stellenanzeigen und Interviewscripts
- Persönliche Learning- und Karriereempfehlungen
- Automatisiertes Reporting, HR Analytics und People Insights
- KI-basierte Employee Experience Tools
- Unterstützung im Offboarding, Onboarding und Wissensmanagement
Links zu den erwähnten Studien