KI verlässt die Pilotphase

Dienstag, 20. Januar 2026
Nach Jahren der Pilotprojekte wird 2026 vielerorts die unternehmensweite Skalierung von KI erwartet. Das zeigt eine Meta-Analyse aktueller KI-Studien. Eine Übersicht mit HR-relevanten Erkenntnissen.

Der deutsche KI-Experte und Interim Manager Eckhart Hilgenstock hat führende KI-Studien, darunter Publikationen von KPMG, Deloitte, McKinsey, BCG, IBM und Accenture ausgewertet. Sein Fazit: 2026 markiert den Übergang von punktuellen Tests hin zu unternehmensweiten KI-Rollouts. KI-Tools werden nicht mehr isoliert genutzt, sondern entlang der die gesamten Wertschöpfungskette in Produktentwicklung, Vertrieb, Logistik, Produktion, Finance – und zunehmend auch im HR-Management selbst integriert.

Damit ist HR auf verschiedenen Handlungsfeldern gefordert:

  • KI-Kompetenzaufbau
  • Kulturwandelgestaltung
  • Führungskräftebefähigung
  • Neudefinition der Arbeitsprozesse
  • Sicherstellung von Governance und Compliance

KI-Skalierung verändert die Arbeit

HR muss Jobs, Prozesse und Organisation neu denken. Mit der Skalierung von KI-Anwendungen verändern sich Wertschöpfung, Rollen und Prozesse. Die Studien von BCG, Accenture und IBM zeigen übereinstimmend:

  • Routineaufgaben werden automatisiert
  • Entscheidungsqualität steigt
  • Neue Tätigkeitsprofile entstehen
  • Bestehende Rollen verschieben sich in Richtung Analyse, Steuerung und Supervision

Für HR rücken damit folgende Aufgaben in den Vordergrund:

  • Jobprofile überarbeiten
  • Skill- und Workforce-Planung neu ausrichten
  • Talent Management anpassen
  • Neue Karrierepfade entwickeln (z. B. «AI Process Owner», «Prompt Manager», «AI Governance Specialist»)
  • Performance-Management-Systeme modernisieren und KI-Nutzung messbar integrieren

Kultureller Wandel statt Technikprojekt

Die Studien Generative KI in der deutschen Wirtschaft (KPMG) und Trust in AI (KPMG/University of Melbourne) unterstreichen wie entscheidend Vertrauen, Akzeptanz und Psychologie für erfolgreiche KI-Einführungen sind. Mitarbeitende benötigen Sicherheit, Orientierung und Partizipation.

HR sollte daher:

  • Ängste adressieren, statt sie zu ignorieren
  • Transparenz schaffen: Wozu wird KI eingesetzt, wie verändert sich die Arbeit?
  • Schnelle Erfolgserlebnisse ermöglichen, z. B. über KI-gestützte Workflows im Vertrieb, Service oder HR
  • Rollenprofile, Karrierewege und Kompetenzmodelle aktualisieren

Governance gewinnt an Bedeutung

Alle Studien betonen, dass fehlende Governance eines der grössten Risiken beim Einsatz von KI ist. Umgekehrt schützt ein klarer Governance-Rahmen nicht nur das Unternehmen – er erhöht auch die Akzeptanz innerhalb der Belegschaft. Insofern hat KI hat auch einen starken Einfluss auf die Weiterentwicklung von HR-Richtlinien, Datenschutz, Betriebsvereinbarungen und Compliance-Regelwerken.

HR nimmt bei der Sicherstellung der Governance auf den folgenden Handlungsfeldern eine tragende Rolle ein:

  • Etablierung fairer und ethischer Regeln für KI-gestützte Entscheidungen, etwa im Recruiting oder Performance Management
  • Selektion transparenter KI-Modelle
  • Bias-Prävention
  • Datenschutz
  • Einbindung von Mitarbeitendenvertretungen

Potenziale im HR

Laut Accenture und IBM liefert KI bereits messbare Effizienz- und Produktivitätsgewinne im HR-Bereich, wobei namentlich folgende Einsatzgebiete identifiziert wurden:

  • Automatisierte Screening-, Matching- und Recruitingprozesse
  • KI-gestützte Erstellung von Stellenanzeigen und Interviewscripts
  • Persönliche Learning- und Karriereempfehlungen
  • Automatisiertes Reporting, HR Analytics und People Insights
  • KI-basierte Employee Experience Tools
  • Unterstützung im Offboarding, Onboarding und Wissensmanagement

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