Remote Work – ein Weg zur Chancengleichheit?
Die Organisationssoziologin Lena Hipp präsentierte umfassende Forschungsergebnisse aus Deutschland zur Frage, wie neue Arbeitsformen neue Möglichkeiten für Gender-Gerechtigkeit bieten.
96% der befragten Heime hätten angegeben, dass die Rekrutierung von genügend gut ausgebildeten Fachpersonen eine der grössten Herausforderung darstelle, heisst es in der Studie. Nur knapp die Hälfte der Befragten habe angegeben, dass ganz allgemein zu wenig Personal vorhanden sei, um die anfallende Arbeit zu erledigen. Ein weiteres Problem ist laut der Studie die «deutlich zunehmende Rationierung der Pflege». Die Belastung durch administrative Arbeiten habe zugenommen.
Auf der anderen Seite hätten Aktivitäten mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Heime aus Zeitmangel vermehrt vernachlässigt werden müssen. Das habe auch die Körper-, die Mund- und Zahnpflege sowie den emotionalen Beistand betroffen. Das führe beim Personal zu einem zunehmenden Mass an Frustration und in der Folge auch zu vermehrten Kündigungen. Für das «Swiss Nursing Homes Human Resources Project» sind zwischen September 2018 und Oktober 2019 4442 Pflege- und Betreuungspersonen in 118 Heimen in der Deutschschweiz und der Romandie befragt worden. Es handelte sich nach 2013 um die zweite Erhebung dieser Art. Die Umfrageresultate betreffen die Situation vor der Corona-Krise. Sie zeigen gemäss den Verantwortlichen auf, dass die Arbeitssituation in den Heimen bereits vor der Pandemie im kritischen Bereich war.
Mit der Pandemie habe sich die Situation verschärft. Auf der einen Seite hätten neben den Zusatzaufgaben die Schutzmassnahmen die Arbeit erschwert - den Heimbewohnerinnen oder -bewohnern im Sommer mit Schutzmaske beim Duschen zu helfen, sei eine Herausforderung. Auf der anderen Seite hätten Quarantänemassnahmen und Isolationen die Personaldecke noch stärker ausgedünnt. Mit den zunehmend leer bleibenden Betten in den Heimen habe sich schliesslich auch der finanzielle Druck erhöht. (sda/gg)
Die Organisationssoziologin Lena Hipp präsentierte umfassende Forschungsergebnisse aus Deutschland zur Frage, wie neue Arbeitsformen neue Möglichkeiten für Gender-Gerechtigkeit bieten.
In den Verwaltungsräten der SMI-Konzerne liegt der Frauenanteil neu bei 34.1% (2020: 29.7%) und bei den SMIM-Firmen bei 32.7% (2020: 29.1%). Damit erfüllen die börsenkotierten Unternehmen mehrheitlich die 30%-Vorgabe des Bunds.
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