Verzinsungen der Pensionskassen lassen sich nicht einfach vergleichen

Donnerstag, 02. Juli 2026
Pensionskassen legen die Verzinsung der Altersguthaben sorgfältig fest. In einer Masterarbeit wurden die entscheidenden Faktoren identifiziert: die Anlagerendite, der Anteil des Rentnerkapitals und der Deckungsgrad. Die Kassen nur anhand einer Kennzahl wie dem Zinssatz zu vergleichen greift daher zu kurz.

Warum verzinsen manche Pensionskassen die Altersguthaben deutlich höher als andere? Renato Konrad untersuchte in seiner Masterarbeit «Einflussfaktoren auf die Verzinsung von
Altersguthaben in der beruflichen Vorsorge» knapp 1000 Schweizer Vorsorgeeinrichtungen mit Fokus auf quantitative Einflussgrössen. Die Analyse liefert eine fundierte empirische Datengrundlage zur Verzinsungspolitik in der 2. Säule, wie inter-pension in einer Medienmitteilung publik macht.

Eine zentrale Erkenntnis dieser Masterarbeit ist, dass der mit Abstand wichtigste Einflussfaktor auf die Verzinsung innerhalb einer Vorsorgeeinrichtung über die Zeit die tatsächlich erzielte Anlagerendite ist. Daraus lässt sich schliessen, dass Vorsorgeeinrichtungen, die nachhaltig und risikobewusst investieren, langfristig die Grundlage für höhere Leistungen zugunsten ihrer Versicherten schaffen.

Verzinsung ist Resultat struktureller Gegebenheiten

Die Arbeit kommt weiter zum Schluss, dass Unterschiede zwischen einzelnen Vorsorgeeinrichtungen primär durch strukturelle Faktoren erklärt werden können. Besonders relevant sind dabei der Anteil des Rentnerkapitals, der Anteil des BVG-Altersguthabens sowie der Deckungsgrad. Die Verzinsung von Altersguthaben ist somit kein politischer Entscheid und kein Ausdruck von Beliebigkeit, sondern das Resultat konkreter ökonomischer Rahmenbedingungen und struktureller Gegebenheiten. Direkte Vergleiche oder vereinfachende Ranglisten, die diese strukturellen Unterschiede ausblenden, greifen systematisch zu kurz.

«Die Arbeit von Renato Konrad zeigt eindrücklich, dass vereinfachende Vergleiche der Vielfalt in der 2. Säule nicht gerecht werden», sagt Nico Fiore, Geschäftsführer von inter-pension. «Wer die berufliche Vorsorge seriös beurteilen will, muss strukturelle Unterschiede zwischen den Einrichtungen berücksichtigen und darf einzelne Kennzahlen nicht isoliert betrachten.»

Artikel teilen


Dossiers

Zum Fokus

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Folgen sie uns auf