Abonnieren Sie jetzt Penso und bleiben Sie auf dem Laufenden.
Mit 6 Printausgaben pro Jahr und dem vollen Zugriff auf alle Artikel auf penso.ch sind Sie stets gut informiert.
Im 3. Quartal 2026 steigt die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorquartal sowie im Vorjahresvergleich um 0.8%. Im Berufsfokus zeigen Handwerks- und technische Berufe ein überdurchschnittliches Stellenwachstum.
Der Stellenmarkt zeigt im 3. Quartal 2026 eine leichte Erholung: Der Adecco Group Swiss Job Market Index steigt um 0.8%, sowohl gegenüber dem Vorquartal (Q2 2026), wie auch dem Vorjahresquartal (Q3 2025). Der KOF-Beschäftigungsindikator weist zudem auf eine leicht gestiegene Einstellungsbereitschaft der Unternehmen hin. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote blieb im August mit 3.1% praktisch unverändert gegenüber dem Vormonat. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) korrigierte seine Wachstumsprognose für 2026 von 0.9 auf 1.7% aufgrund des ausserordentlich starken 2. Quartals, das von der exportorientierten chemisch-pharmazeutischen Industrie geprägt war. Diese Entwicklung war durch die konjunkturelle Erholung des weltwirtschaftlichen Umfelds begünstigt.
Der aktuelle Studienfokus widmet sich der Arbeitsmarktlage für Handwerks- und technische Berufe. Diese zeigen folgende Entwicklungen:
Starkes Stellenwachstum: Die offenen Stellen in Handwerks- und technischen Berufen haben seit 2015/16 um 131% zugenommen, mehr als viermal so stark wie der Gesamtindex aller offenen Stellen (+30%). Den stärksten Zuwachs verzeichnen die Untergruppen Bau- und Ausbaufachkräfte (+173%, z.B. Bauspengler sowie Sanitär- und Heizungsinstallateurinnen und Zimmerleute/Bautischler) und die Elektrikerinnen/Elektroniker (+134%, z.B. Bauelektriker und verwandte Berufe).
Konzentriertes, teils baubedingtes Wachstum: Der Zuwachs entfällt in allen fünf Untergruppen grösstenteils auf wenige Einzelberufe (u. a. Bauspengler, Sanitär-/Heizungsinstallateure, Kraft-fahrzeugmechanikerinnen) und könnte teils durch die gute Baukonjunktur, teils durch andere Faktoren wie demografische Alterung (Ersatzbedarf) getrieben sein.
Fachkräftemangel in Handwerks- und technischen Berufen entspannt sich seit 2023 trotz weiterhin hoher Nachfrage: Nur die Untergruppen Elektrikerinnen/Elektroniker (Rang 4) und Polymechanikerinnen/Kraftfahrzeugmechaniker (Rang 5) bleiben knapp im Mangel- bzw. neutralen Bereich, trotz hoher Nachfrage in anderen Untergruppen.
Geringes KI-Automatisierungsrisiko: Nur rund ein Viertel der Handwerks- und technischen Berufe gilt als moderat automatisierungsgefährdet, gerade noch 2% als hoch automatisierungsgefährdet durch KI.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Handwerks- und technische Berufe trotz der konjunkturellen Unsicherheiten robuste Beschäftigungsperspektiven bieten. Die anhaltend hohe Nachfrage, der demografisch bedingte Ersatzbedarf und das geringe KI-Automatisierungsrisiko unterstreichen ihre zentrale Bedeutung für den Schweizer Arbeitsmarkt.
Der Stellenmarkt stabilisiert sich