Das Modell des Resilienzrads zeigt einander ergänzende Kompetenzen wie Lösungsorientierung, Achtsamkeit, optimistische Grundhaltung, die man über Einübung neuer Verhaltensweisen positiv beeinflussen kann. Beispielsweise seien im Sinne des bio-psycho-sozial-existenziellen Gesundheitsmodells Naturerfahrungen oder das Engagement für eine sinnstiftende Sache letztlich auch für den Erhalt der Gesundheit wichtige Aktivitäten.
Ein gutes Kohärenzgefühl drücke sich in Wohlbefinden, Gelassenheit und der Sicherheit aus, im Leben zurechtzukommen und selbstwirksam zu sein. In dieser Balance vieler Einflussfaktoren spielten gesunde Ernährung und Bewegung mit ihren positiven Auswirkungen auf den Organismus bis auf die zelluläre Ebene ebenfalls wichtige Rollen.
Psychosoziale Gesundheit fördern
Rainer Schäfert zeigte anhand einer Studie (Schuler et al. Obsan 2020), dass Schutzfaktoren, also das Kohärenzgefühl stärkende Faktoren, Risikofaktoren ausgleichen können, was die Wahrscheinlichkeit senke, psychisch zu erkranken. Stress könne viele Ursachen haben, und zwar innere und äussere. Nach dem Konzept von Kaluza (2018) seien verbreitete Stressoren im Äusseren zu viel Arbeit, hohe Leistungsanforderungen, Zeitdruck, Unterbrechungen oder soziale Konflikte. Persönliche, innere Stressverstärker seien häufig Ungeduld, Perfektionismus, Selbstverleugnung (weil man beliebt sein will), Einzelkämpfertum, Kontrollstreben und Selbstüberforderung.
Um mentale Stresskompetenz zu entwickeln, sei es wichtig, die eigenen Schwächen anzunehmen und darüber sprechen zu lernen. Förderlich zur Entschärfung von Perfektionismus sei die Einstellung «ich bin gut genug», zum Umgang mit Ungeduld das Erforschen des eigenen Rhythmus, statt Selbstverleugnung sich selbst anzunehmen. Gegen Einzelkämpfertum helfe, sich mit anderen zu verbinden, bei Selbstüberforderung gehe es darum, es sich einfacher zu machen, bei hohem Kontrollstreben darum, vertrauen zu dürfen. In diesem Bewusstwerdungsprozess können sich den Betroffenen die eigenen Kraftquellen erschliessen, zu denen Familie und Freunde, Bewegung, Schlaf, eine gesunde Ernährung, Naturerfahrungen, kreative Tätigkeiten, Spiritualität, Meditation und vieles mehr gehören.
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Quelle: Die Ausführungen basieren auf den Referaten anlässlich des 1. Tages der psychosozialen Gesundheit am 20. Mai 2021, veranstaltet vom SomPsyNet.
Gesundheit ist subjektiv