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Vertrauen in AHV schwindet

Seit 2002 sind die Renten in der Schweiz um 16.4% gesunken. Die 13. AHV-Rente, die im Dezember erstmals ausbezahlt wird, bringt nur wenig Entlastung. Zwar stammt seit Jahren ein zunehmender Teil der Altersleistungen aus der AHV, der Anteil der 2. Säule geht dafür markant zurück. Für die Pensionierung heisst das: Rentnerinnen und Rentner müssen mit weniger Geld aus den Vorsorgewerken planen.

06.08.2026
Lesezeit: 2 min
iStock / LordHenriVoton

Der VZ Pensionierungs-Barometer untersucht die Entwicklung der Renten aus AHV und Pensionskassen sowie das Vertrauen in das Vorsorgesystem. 2026 erscheint der Barometer bereits zum achten Mal. Er setzt sich aus drei Indizes zusammen: Erwartungs-, Renten- und Vertrauensindex.

Pensionskassen haben Finanzierung gesichert

Aus dem Erwartungsindex geht hervor, dass die zu erwartenden Renten gegenüber 2002 um 12260 Franken pro Jahr respektive 16.4% gesunken sind. Tatsächlich fallen die bei der Pensionierung effektiv ausbezahlten Renten erfahrungsgemäss um über 9% tiefer aus als erwartet.

Während die AHV-Renten seit 2002 schrittweise erhöht worden sind und zusammen mit der 13. AHV-Rente Ende Jahr 32760 Franken erreichen, sind die Pensionskassenrenten stark gesunken. Heute zahlen die Pensionskassen 40% weniger als 2002. In dieser Entwicklung kommen aber zwei grundverschiedene Herangehensweisen zum Ausdruck: So sind in der AHV die Renten zwar laufend erhöht worden, deren Finanzierung bleibt aber weitgehend ungelöst. Anders in der 2. Säule: Die Pensionskassen haben die Probleme angepackt und die Finanzierung an die neuen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst. Dadurch steht die grosse Mehrheit der Vorsorgeeinrichtungen heute auf festen Beinen.

Mit der AHV-Reform 2030 will der Bundesrat auch die 1. Säule finanziell stabilisieren. In welchem Mass dies effektiv gelingen wird, hängt vom politischen Prozess ab.

Rentenleistungen entsprechen noch der Hälfte des letzten Lohns

Ursprünglich war geplant, dass die Renten aus der 1. und der 2. Säule 60% des letzten Lohns abdecken. Dies gelingt schon länger nicht mehr. Stattdessen hat sich eine Vorsorgelücke aufgetan, die kontinuierlich grösser wird: Heute erhält laut dem Rentenindex, wer 100000 Franken im Jahr verdient, nach der Pensionierung nur noch rund 51% seines letzten Lohns als Renten ausbezahlt. 2002 ersetzten die Renten noch über 62% des Lohns. Bei einem Jahreslohn von 150000 Franken wird die Lücke noch viel grösser. In diesem Fall deckt die Rente nach der Pensionierung gerade mal knapp 42% des letzten Salärs. 2002 waren es rund 58%.

In vielen Fällen reichen die Renten nicht aus, um finanziell genügend abgesichert in Pension zu gehen. Viele Leute unterschätzen dies.

Nur ein Viertel rechnet mit sicherer AHV-Rente

In einer repräsentativen Umfrage wurden über 1500 Menschen in der Schweiz gefragt, wie sie ihre Finanz- und Vorsorgesituation beurteilen: 19% der Befragten geben an, ihnen gehe es finanziell besser als im Vorjahr. Das sind 4% mehr als 2025. Aber: Fast ein Viertel ist der Meinung, dass sich ihre finanzielle Situation verschlechtert hat. Dennoch sind rund 58% der Befragten zuversichtlich, was die Finanzierung ihrer Pensionierung anbelangt. Erneut hat das Vertrauen in die AHV-Renten abgenommen, wie der Vertrauensindex zeigt. Nur noch ein Viertel der Befragten rechnet damit, dass die AHV-Rente sicher ist. Heute bereitet die AHV-Rente grössere Sorgen als die Pensionskassenrente.

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