Das geht aus dem aktuellen Bulletin zur psychischen Gesundheit der Schweizer Bevölkerung hervor, welches das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) erstellt hat. Demnach fühlten sich im Berichtsjahr über 72% der Bevölkerung meistens oder ständig glücklich. Dieser Wert entsprach dem Vorjahresniveau. Menschen ab 65 Jahren bezeichneten sich dabei häufiger als glücklich als Jüngere. Frauen und jüngere Menschen gaben hingegen öfter an, sich entmutigt oder deprimiert zu fühlen.
Kosten steigen auch bei Knaben
Die Versorgungskosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Bereich psychische Gesundheit stiegen 2024 um 6.1% an und beliefen sich auf rund 3.2 Mrd. Franken. Ihr Anteil an den Gesamtkosten betrug 7.5%, so wie bereits im Vorjahr. Wie die gesamten Gesundheitskosten nahmen aber auch jene im psychischen Bereich seit 2006 kontinuierlich zu.
In der ambulanten Behandlung stiegen die Kosten pro versicherter Person laut dem Bericht um 6.4% auf 244 Franken. Dieser Anstieg lag über der durchschnittlichen jährlichen Zunahme von 4.7% zwischen 2012 und 2023. BAG-Vizedirektorin Linda Nartey zufolge könnte dies mit einem verbesserten Zugang zu den Leistungen zusammenhängen. Das sei zu begrüssen, weil die verzögerte Hilfesuche nachweislich zur Chronifizierung der Erkrankung beitrage, liess sie sich im Bericht zitieren.
Bei den bis zu 18-jährigen Jungen stiegen die ambulanten Kosten mit 8.9% erstmals stärker an als bei den gleichaltrigen Mädchen mit 4.9%. Zuvor war das durchschnittliche jährliche Kostenwachstum bei den Mädchen jeweils fast doppelt so hoch.
Hospitalisierung stabil
Bei der Anzahl Menschen, die in psychiatrischen Kliniken und Abteilungen hospitalisiert wurden, fielen die Alters- und Geschlechtsunterschiede ebenfalls beträchtlich aus. So betrug die Hospitalisierungsrate bei Kindern und Jugendlichen weniger als die Hälfte der Rate bei Erwachsenen. Und bei den bis 18-Jährigen war die Rate bei den Mädchen seit 2021 mehr als doppelt so hoch wie jene der Jungen.
Insgesamt blieb die Hospitalisierungsrate im Berichtsjahr mit 9.3 Fällen pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner stabil. Die Unterbringung von Minderjährigen in der Erwachsenenpsychiatrie, was als Hinweis für eine Unterversorgung gedeutet werden kann, entwickelte sich zudem positiv. Der Anteil der bis 16-Jährigen, die stationär mit Erwachsenen behandelt wurden, sank auf 5.5%.
Die Rate der Spitalaufenthalte wegen mutmasslicher Suizidversuche veränderte sich im Vergleich zum Vorjahr nicht. Frauen waren davon häufiger betroffen als Männer. Die Suizidrate hingegen war bei Männern mit 16.2 Fällen pro 100000 Einwohnerinnen und Einwohner fast dreimal so hoch wie bei Frauen. Die Gesamtrate blieb insgesamt stabil, ist aber langfristig rückläufig.