Schweizer Psyche litt während Corona-Pandemie weniger als anderswo

Mittwoch, 04. Februar 2026
Die Schweiz kam psychisch glimpflicher durch die Corona-Pandemie als andere Länder. Das Wohlbefinden sank weniger stark. Darauf deutet eine Studie von Basler Forschenden hin.

Das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit haben während der Covid-19-Pandemie weltweit gelitten. Dies bestätigt eine internationale Studie, für welche Forschende der Universität Basel und der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel die Schweizer Daten analysiert haben, wie die Universität Basel mitteilte. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift «Frontiers in Psychiatry» veröffentlicht.

Weniger einschneidende Massnahmen in der Schweiz

Im internationalen Vergleich steht die Schweiz gut da. Als mögliche Gründe nennen die Forschenden das bereits vor der Pandemie höhere Wohlbefinden sowie die weniger einschneidenden Corona-Massnahmen. Auch das gute Gesundheits- und Sozialsystem habe entlastend wirken können. Am stärksten belastet waren die Menschen in Südafrika, Mexiko, Weissrussland und Kasachstan.

Mittelland und Ostschweiz weniger belastet

Innerhalb der Schweiz zeigen sich regionale Unterschiede. Im Tessin, in der Genferseeregion und in der Nordwestschweiz sind die Werte für die mentale Gesundheit tiefer und für die psychische Belastung ist höher als im Mittelland und in der Ostschweiz. Die Forschenden vermuten, dass unterschiedliche kantonale Massnahmen sowie die stärker spürbaren Einschränkungen in Ballungsräumen eine Rolle spielten.

Nicht repräsentative Online-Befragung

In der Schweiz gaben 4037 Personen in drei Umfragewellen von April 2020 bis Juni 2021 Auskunft zu ihrem Wohlbefinden und 3375 zu ihrer psychischen Belastung. Die Studie basiert auf einer freiwilligen Online-Befragung. Die Stichprobe war damit laut den Forschenden nicht repräsentativ. «Dennoch liefern die Ergebnisse wichtige Anhaltspunkte», gab sich Studienleiter Christian Huber überzeugt. Weitere Auswertungen sollen zeigen, welche Risikofaktoren eine Rolle für die empfundene Belastung gespielt haben und welche Kompensationsstrategien im Umgang mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders erfolgreich waren. (sda)

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