Ziel ist es, problematischen Substanzkonsum frühzeitig zu erkennen, Suchtproblemen vorzubeugen und Mitarbeitende zu unterstützen, damit ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz erhalten bleiben. Die Website sucht-und-arbeitswelt.ch geht dabei über das Thema Alkohol hinaus und berücksichtigt auch illegale Drogen, tabak- und nikotinhaltige Produkte sowie nicht substanzgebundene Verhalten wie etwa Geldspiel. Führungskräfte, Personalverantwortliche und Akteure im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement finden auf der neuen Plattform Informationen und praktische Ressourcen zum Thema Sucht im beruflichen Umfeld.
Hohe suchtbedingte Kosten und menschliches Leid
Sucht und Arbeitswelt sind eng miteinander verknüpft. Faktoren wie Stress, Leistungsdruck oder eine konsumfördernde Unternehmenskultur können problematischen Konsum begünstigen. Umgekehrt kann sich ein problematischer Substanzkonsum oder eine Sucht negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirken - etwa durch Absenzen, Leistungseinbussen, erhöhte Fluktuation oder Zwischenfälle bis hin zu Unfällen am Arbeitsplatz.
Die volkswirtschaftlichen Kosten für Sucht werden in der Schweiz auf rund 8 Mrd. Franken pro Jahr geschätzt. Darin sind Verluste für die Betriebe von 3.4 Milliarden eingerechnet. Sie haben gute Gründe, ein betriebliches Suchtpräventionsprogramm einzuführen. «Die Gesundheit der Mitarbeitenden sollte aber nicht nur aus wirtschaftlichen und rechtlichen Gründen Priorität haben, sondern auch wegen der sozialen Verantwortung des Unternehmens», erklärt Lydia Paiva, Projektleiterin Prävention bei Sucht Schweiz.
Viele Betriebe befassen sich erst bei einem konkreten Vorfall mit dem Thema Sucht. Eine Befragung (2024), die über 40000 Unternehmen in Europa umfasste, zeigt: Weniger als ein Drittel der teilnehmenden Betriebe in der Schweiz bejahten, suchtpräventive Massnahmen anzuwenden. Bei den Präventionsmassnahmen zum Schutz der Gesundheit ihrer Mitarbeitenden besteht in vielen Unternehmen noch Verbesserungspotenzial.
Verstehen, Vorbeugen, Reagieren
Die neue Plattform schlägt den Betrieben in drei Rubriken konkrete Handlungsansätze vor:
- Verstehen: Dazu zählen Informationen zu Risiken, Mechanismen und Folgen in Bezug auf problematischen Konsum und Sucht im beruflichen Umfeld sowie rechtliche Rahmenbedingungen.
- Vorbeugen: Konkrete präventive Massnahmen mit dem Ziel, Probleme im Zusammenhang mit problematischem Konsum frühzeitig zu erkennen, betroffene Mitarbeitende zu unterstützen und eine Entwicklung hin zu schwerwiegenderen Problemen zu verhindern.
- Reagieren: Dazu zählen konkrete Handlungsempfehlungen bei auffälligen Veränderungen im Arbeitsalltag. Videos mit Erfahrungsberichten und Praxisbeispielen unterstützen Führungskräfte, HR-Verantwortliche, Berufsbildende und Kolleginnen und Kollegen im Umgang mit schwierigen Situationen.
Ergänzend bietet die Website Ressourcen für Lernende sowie eine nationale Übersicht über Suchtfachstellen, die Betriebe bei Präventionsmassnahmen beraten und begleiten.