Auf dieser Seite werden Cookies verwendet. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert Inhalte und Werbung anzuzeigen. Indem Sie die Seite nutzen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Weitere Infos

OK

Süchtige Menschen durchleben einen steilen Absturz

Freitag, 17. September 2021
Menschen in Suchtbehandlung erleiden oft einen steilen sozialen Absturz. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie Arbeit suchen müssen, ist sechs Mal höher als in der Allgemeinbevölkerung, die Wahrscheinlichkeit einer prekären Wohnsituation ist gar zwanzig Mal höher. Abhilfe schaffen könnte frühzeitige Hilfe.

Die soziale Situation von Menschen in Suchtbehandlung verschlechterte sich in den Jahren von 2007 bis 2017 deutlich, wie Sucht Schweiz in einer Studie ausweist. Die Fachorganisation erfasste die Situation von Menschen mit Suchtproblemen im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit.

Generell zeigte sich, dass in den zehn Jahren bis 2017 ein Rückgang der Erwerbstätigkeit, eine verschlechterte Wohnsituation namentlich bei Spielsüchtigen, ein Anstieg der sozialen Isolation und eine Zunahme der Selbstabwertung eintraten. Bei Menschen, die wegen Opioid-Konsums behandelt wurden, war die Wahrscheinlichkeit, in der Sozialhilfe zu landen, 28-mal höher als in der Gesamtbevölkerung. Von allen Behandelten lebten zwei- bis dreimal mehr in sozialer Isolation, wobei Glücksspiel und Tabak eine Ausnahme bildeten.

Der Anteil der unter Selbstabwertung Leidenden war unter den Konsumenten von Cannabis, Kokain und Opioiden doppelt so gross wie in der allgemeinen Bevölkerung.

Tieferes Bildungsniveau

Obwohl das Bildungsniveau in der Bevölkerung bis 2017 stark zunahm, gab es bei den Suchtbehandelten diese Entwicklung nicht im gleichen Mass. Der Anteil der Personen mit höchstens der obligatorischen Schulbildung war bei ihnen bis zu vier Mal höher als in der restlichen Bevölkerung. Eine Ausnahme gab es beim Alkoholkonsum. Für die Studienverfasser ist es wichtig, Sucht und Arbeitsverlust zu entstigmatisieren. Wer sich schäme, suche nicht rasch Hilfe. Würden die Probleme öffentlich diskutiert, erleichtere das den Betroffenen die Suche nach Hilfe.

Die Studie basiert auf die Beobachtung von stationär und ambulant Behandelten und auf der alle fünf Jahre durchgeführten Gesundheitsbefragung von 2007, 2012 und 2017. Die Untersuchung umfasst die Lebensumstände von Menschen mit Drogenkonsum (Alkohol, Tabak, Cannabis, Kokain, Opioide) sowie Menschen mit Geldspiel-Problemen. (sda)

Artikel teilen


Weitere Artikel zu diesem Fokus


Alle Fokus-Dossiers anzeigen

Meistgelesene Artikel

Top Themen

Weitere Themen
Folgen sie uns auf
1 Jahr für CHF 160.–

Abonnieren Sie jetzt Penso und bleiben Sie auf dem Laufenden.
Mit 8 Print-Ausgaben pro Jahr und dem vollen Zugriff auf alle Artikel auf penso.ch sind Sie stets gut informiert.