Gemäss der Studie nutzen bereits 86% der Schweizer Stellensuchenden KI bei der Jobsuche, verglichen mit 69% der Arbeitgebenden, die KI in Rekrutierungsprozessen einsetzen. Allerdings sagen nur 39% der Arbeitgebenden, dass KI-unterstützte Bewerbungen die Wahrscheinlichkeit einer Anstellung erhöhen, was auf eine wachsende Diskrepanz hinweist.
KI habe die Regeln der Rekrutierung nicht neu geschrieben – aber das Tempo erhöht, ist der Medienmitteilung zu entnehmen. Die Kandidierenden hätten sich bereits angepasst; die Rekrutierungsprozesse holten erst langsam auf.
KI beschleunigt die Rekrutierung – macht es aber schwieriger, sich abzuheben
Während Kandidatinnen und Kandidaten KI nutzen, um Lebensläufe und Bewerbungen zu optimieren, setzen Arbeitgeber KI für Screening und Kommunikation ein. Dies führt jedoch zu immer perfekteren Bewerbungen – und zu neuen Herausforderungen bei der Beurteilung echter Fähigkeiten. 41% der Hiring Manager geben an, unsicher zu sein, ob Bewerbungen vollständig KI-generiert oder mit KI überarbeitet wurden, was eine Beurteilung erschwert.
Fähigkeiten wichtiger als Abschlüsse
Diese Trends beschleunigen den Übergang zu einem kompetenzbasierten Recruiting in der Schweiz: 56% der Kandidatinnen und Kandidaten geben an, dass sie sich eher bewerben würden, wenn Fähigkeiten das wichtigste Element einer Stellenausschreibung sind, während 38% der Arbeitgeber Kompetenzen höher gewichten als Ausbildung oder beruflichen Werdegang. 30% der Hiring Manager sagen, sie hätten Schwierigkeiten, Kandidatinnen und Kandidaten mit den benötigten Fähigkeiten zu finden.
Hiring Manager legen zunehmend Wert auf Anpassungsfähigkeit, zwischenmenschliche Kompetenzen und kontinuierliches Lernen – Eigenschaften, die sich nur schwer automatisieren lassen.
Flexibles Arbeiten bleibt ein entscheidender Faktor
Neben KI prägt flexibles Arbeiten die Entscheidungen der Kandidierenden: 65% würden einen Stellenwechsel in Betracht ziehen, wenn sie häufiger im Büro präsent sein müssten. Die Work-Life-Balance ist inzwischen wichtiger als Gehalt und Jobsicherheit, wenn es um einen Jobwechsel geht. 41% der Fachkräfte befürchten, bei einem Stellenwechsel ihre Work-Life-Balance zu verlieren.
Menschliches Urteilsvermögen macht den entscheidenden Unterschied
Obwohl KI Prozesse beschleunigt, macht der Report klar, dass Rekrutierung grundsätzlich ein von menschlichen Komponenten geprägter Prozess bleibt. KI sollte demnach menschliches Urteilsvermögen unterstützen, aber nicht ersetzen. Erfolgreich seien Organisationen, die Geschwindigkeit mit Vertrauen verbinden – und Technologie mit echter menschlicher Nähe.