Auf dieser Seite werden Cookies verwendet. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert Inhalte und Werbung anzuzeigen. Indem Sie die Seite nutzen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Weitere Infos

OK

Nachgefragt: Die Leute hatten auf einmal keinen Kontakt mehr

Montag, 18. Oktober 2021 - Claudio Zemp
Outsourcing von HR ist im Trend. Die Coronakrise hat zu einem gesteigerten Bedarf an Dienstleistungen von Shared Services geführt. Aber man kann nicht alles auslagern.

Nachgefragt bei Beat Jauch, HR Sales Manager, HR-Campus.

Wie hat sich die Coronakrise auf Ihr Geschäftsfeld ausgewirkt?

Die Nachfrage ist stark gestiegen, unter anderem wegen Corona. Aber vielleicht müssen wir zuerst einen Schritt zurück machen und genauer hinschauen, welche Bereiche von HR sich überhaupt zum Auslagern eignen.

Womit hängt dies zusammen?

Oft hilft es punktuell, wenn jemand von aussen kommt, um bei spezifischen Problemen zu helfen. Zum Beispiel bei einer Rekrutierung. Auch in einer schwierigen Situation mit dem Personal ist es oft gut, jemanden von aussen beizuziehen. Andererseits gibt es die klassischen Shared-Service-Systeme, auf denen repetitive und administrative Aufgaben durchgeführt werden und die man als Ganzes auslagern kann, zum Beispiel die Payroll oder ein Ticket-System. Auch in diesem Bereich ist die Nachfrage stark gestiegen. Standardisierte Aufgaben eignen sich aber nur zum Outsourcen, wenn sie einen bestimmten Umfang haben und eine echte Entlastung erzielt werden kann. Das hat auch mit der Grösse des Unternehmens zu tun.

Wieso haben Unternehmen die Auslagerung ihrer Payroll gerade jetzt geprüft?

Ich sehe drei Faktoren, die sich in der Coronakrise verändert haben. Erstens die Sicherheit, dass die Löhne pünktlich bezahlt werden. In vielen Unternehmen sind nur eine oder zwei Personen dafür zuständig. Viele Unternehmen haben sich gefragt: Was passiert, wenn die Payroll krank ist oder im Spital? Zweitens ist die Schweizer Lohnabrechnung nicht einfacher geworden, im Gegenteil. 2020 gab es die Quellensteuerreform. Im laufenden Jahr dann die Kurzarbeit, die Expertenwissen und Anpassungen an den Lohnverarbeitungssystemen erforderte. Der dritte Aspekt ist die Digitalisierung: Die Leute sassen allein in ihrem Homeoffice und hatten auf einmal keinen Zugriff mehr auf ihre Daten und keinen Kontakt zum Personal. Das brachte neue Fragen auf im HR: Wie geht es den Leuten?

Haben sich auch die Anbieter in der Krise bewegt?

Ja. Ganz generell ist das Angebot besser geworden, es wurde auch flexibler, vielfältiger. Die Anbieter von Systemlösungen sind zum Beispiel mit Cloud-Angeboten darauf ausgelegt, dass der Kunde viele Dienstleistungen kurzfristig beziehen kann und diese auch flexibel pro Nutzung bezahlt.

Worauf ist zu achten, wenn man ein Outsourcing der Personalabteilung prüft?

Der Kunde muss genau wissen, warum er dies tun will. Was ist der Treiber? Was ist die Priorität? Ist es eine zu hohe Fluktuation? Oder ist die Prämisse nur der Sparzwang, ein Investitionsstop? Oder gibt es ein gut eingrenzbares Know-how-Problem, das relativ rasch lösbar ist? Dies finden wir mit dem Kunden im Gespräch heraus. Dann können wir für das spezifische Problem auch die beste Lösung finden.

Artikel teilen


Top Themen

Weitere Themen
Folgen sie uns auf
1 Jahr für CHF 160.–

Abonnieren Sie jetzt Penso und bleiben Sie auf dem Laufenden.
Mit 8 Print-Ausgaben pro Jahr und dem vollen Zugriff auf alle Artikel auf penso.ch sind Sie stets gut informiert.