Ausgleichsfonds AHV/IV/EO steigert Gesamtvermögen

Dienstag, 17. Februar 2026
Der Ausgleichsfonds AHV/IV/EO Compenswiss schliesst das Geschäftsjahr 2025 mit einem positiven Anlageresultat und einer Nettorendite von 6.34 % ab. Die kurz- und mittelfristigen Finanzperspektiven für den AHV- sowie den IV-Ausgleichsfonds bleiben jedoch angespannt.

Compenswiss ist eine unabhängige öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes, die für die Verwaltung der drei Vermögen AHV, IV und EO verantwortlich ist und jederzeit die Zahlungsbereitschaft der Sozialversicherungen sicherstellen muss. Laut Medienmitteilung belief sich das verwaltete Vermögen Ende 2025 auf 5.55 Milliarden Franken, gegenüber 4.61 Milliarden im Vorjahr. Das positive Ergebnis sei hauptsächlich auf Aktien, Gold und Währungseffekte zurückzuführen.
Die verschärften geo- und handelspolitischen Spannungen im Jahr 2025 hätten die weltweite wirtschaftliche Unsicherheit erneut verstärkt. Dennoch zeigten sich die Finanzmärkte robust, wie Eric Breval, Direktor der Compenswiss, in einer Medienmitteilung betont: «Die solide Aktienperformance, kombiniert mit Absicherungen gegen den schwachen Dollar, hat unser gutes Ergebnis massgeblich gestützt.» Zu den weiteren Faktoren, die zum Anstieg des verwalteten Vermögens beigetragen haben, zählt die deutliche Aufwertung des Goldpreises, der seine Rolle als sicherer Hafen bestätigte.
Per 31. Dezember 2025 betrug das von Compenswiss verwaltete Gesamtvermögen (ohne Sachanlagen) 50'550 Millionen Franken (Vorjahr: 46'102 Millionen Franken). Das verwaltete Vermögen setzt sich zusammen aus dem Anlagevermögen, das sich auf 45'908 Millionen Franken belief (Vorjahr: 43'366 Millionen Franken), und den flüssigen Mitteln (Tresorerie) in Höhe von 4'642 Millionen Franken (Vorjahr: 2'736 Millionen Franken).

Anhaltende finanzielle Herausforderungen für AHV und IV

Trotz der positiven Rendite für 2025 befindet sich die AHV weiterhin in einer angespannten finanziellen Lage. Gemäss den Finanzperspektiven des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) werden ab 2026 die erwarteten Einnahmen nicht ausreichen, um die Ausgaben zu decken – insbesondere aufgrund der ungelösten Finanzierung der 13. AHV-Rente, die im Dezember 2026 erstmals ausbezahlt wird und für die im Jahr 2025 Liquiditätsreserven in Höhe von 2 Milliarden Franken für die vorgesehenen Auszahlungen gebildet wurden.
Das BSV rechnet mit immer grösseren Umlagedefiziten, zumindest bis eine Lösung für die Finanzierung der 13. Rente gefunden ist. Manuel Leuthold, Verwaltungsratspräsident, präzisiert: «Kurzfristig könnte sich das Vermögen stabilisieren. Doch die gesetzliche Vorgabe, einen Fondsbestand von 100 % der jährlichen Ausgaben zu gewährleisten, wird wegen der 13. AHV-Rente immer schwieriger einzuhalten sein. Eine zusätzliche Finanzierung bleibt daher unerlässlich.»
Für die IV verschlechtern sich die Finanzperspektiven laut BSV deutlich, insbesondere aufgrund der stetig steigenden Zahl neuer Renten sowie der anhaltenden Unsicherheit über die Rückzahlung der IV-Schuld von 10.3 Milliarden Franken an die AHV. Um die für die Rentenzahlungen notwendige Liquidität sicherzustellen, plant Compenswiss im Jahr 2026, Vermögenswerte in Höhe von rund 35 Millionen Franken pro Monat zu verkaufen.
Der EO-Fonds weist seinerseits eine bemerkenswerte Stabilität auf und bleibt vorerst von den finanziellen Herausforderungen verschont, mit denen der AHV- und der IV-Fonds konfrontiert sind. Die einzelnen Betriebsergebnisse der drei Sozialversicherungen AHV, IV und EO für 2025 werden im April 2026 veröffentlicht.

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