Die Generation Z tritt in eine Arbeitswelt ein, die so volatil, komplex und widersprüchlich ist wie selten zuvor. Einerseits verfolgt sie Werte wie Selbstbestimmung, Sinnorientierung und eine ausgewogene Work-Life-Balance und prägt damit neue Normen von Arbeit und Lebensführung. Andererseits sieht sie sich mit ökonomischen Rahmenbedingungen konfrontiert, die ihre langfristige finanzielle Sicherheit unter Druck setzen.
Steigende Lebenshaltungskosten, geprägt durch hohe Mieten und stark belastende Krankenkassenprämien, begrenzte finanzielle Spielräume sowie Unsicherheiten über die Stabilität des Rentensystems bestimmen das Umfeld vieler junger Erwachsener. Für diejenigen, die Wohneigentum überhaupt noch als erstrebenswert betrachten, rückt der Traum vom Eigenheim in weite Ferne. Gleichzeitig dürfen sich viele auf eine steigende Lebenserwartung einstellen und damit auf deutlich mehr Jahre im Ruhestand, die finanziert werden wollen.
Lohn, Boni und Ferien wichtiger als Sparen für das Alter?
Bei der Wahl des Arbeitgebers setzt ein grosser Teil der Generation Z stärker auf unmittelbare Vorteile als auf langfristige Vorsorgeleistungen. Ein attraktiver Lohn, transparente Bonusmodelle und genügend Ferienwochen gelten als zentrale Faktoren, um Beruf und Privatleben flexibel gestalten zu können.
Die Pensionskasse bleibt grundsätzlich relevant, wird jedoch häufig als weniger entscheidend wahrgenommen, da ihre Wirkung erst in ferner Zukunft spürbar ist. Entsprechend fokussiert sich die Generation Z auf Benefits, die unmittelbar ihren Alltag verbessern, und erwartet gleichzeitig moderne Arbeitsbedingungen, die sowohl finanziellen Spielraum als auch Erholungszeit ermöglichen.
Zukunft und Alter sind durchaus ein Thema
Die Vorstellung, die Generation Z sei eine reine gegenwartsorientierte Konsumgeneration, greift zu kurz. Der Wunsch nach Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und einem eigenständigen Zuhause zieht sich durch alle Generationen, insbesondere nach einer oft langen Ausbildungsphase, in der finanzielle Ressourcen knapp sind und viel Verzicht nötig ist.
Es erstaunt daher nicht, dass kurzfristige Bedürfnisse wie Konsum, Reisen oder persönliche Entwicklung höher gewichtet werden als langfristige Ziele wie die Altersvorsorge. Dieses Muster ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal der Generation Z. Ein Blick auf den Sorgenbarometer 2025 der UBS zeigt vielmehr, dass sich die Gewichtung gesellschaftlicher Sorgen erwartungsgemäss je nach Altersgruppe unterscheidet. Während bei der älteren Generation Themen wie Gesundheitsfragen, Krankenkassen und Prämien mit rund 44 % der Nennungen an erster Stelle stehen, sorgen sich jüngere Menschen deutlich häufiger um Umwelt- und Klimafragen (40 % der Befragten). Auf den weiteren Rängen folgen jedoch bei den Jüngeren mit 28 % die Altersvorsorge sowie die Wohnkosten.