Corona-Krise belastet Arbeitsbedingungen und Einkommen
Die Arbeitnehmenden in der Schweiz sind sehr unterschiedlich von der Corona-Krise getroffen worden. Das zeigt die Corona-Spezialbefragung des «Barometer Gute Arbeit».
Der Bericht zeigt auf, dass die Schweiz im internationalen Vergleich zu den Ländern mit der höchsten Erwerbsbeteiligung zählt. Ein wichtiger Faktor ist die weit verbreitete Teilzeitarbeit, die unter anderem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert. Während die stärkere Verbreitung von Teilzeitarbeit bei Männern in den letzten Jahren zu einem leichten Rückgang des Arbeitseinsatzes führte, nahm jener von Frauen auf Grund einer höheren Erwerbsbeteiligung und gestiegenen Teilzeitpensen zu.
Die Zunahme der Erwerbsarbeit bei den Frauen fiel dabei stärker aus als der Rückgang bei den Männern, womit das Arbeitsvolumen in der Schweiz - trotz Zunahme der Teilzeiterwerbstätigkeit - gestiegen ist. Unterdurchschnittlich ist die Ausschöpfung des Erwerbspotenzials heute noch bei älteren Erwerbspersonen, wobei deren Arbeitseinsatz mit am stärksten zugenommen hat. Überdurchschnittlich gut wird das Erwerbspotenzial von höher Qualifizierten ausgeschöpft.
Auf der Arbeitsangebotsseite erweist sich laut dem Bericht die demografische Alterung als zentraler Treiber von Arbeitskräftemangel. Auf der Arbeitsnachfrageseite spielt die Wirtschaftslage eine zentrale Rolle: In Phasen der Hochkonjunktur verschärft sich der Mangel, während er in wirtschaftlichen Abschwüngen wieder zurückgeht. Strukturelle Veränderungen, wie etwa Digitalisierung, Spezialisierung auf wissensintensive Dienstleistungen oder die ökologische Transformation, verstärken den Bedarf an spezifischen Qualifikationen und können Engpässe akzentuieren. Die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte dämpft in diesem Kontext den Arbeitskräftemangel.
Phasen mit erhöhtem Arbeitskräftemangel gehen für Arbeitnehmende in erster Linie mit positiven Auswirkungen einher. Zum einen ist es leichter, eine neue Stelle zu finden. Zum anderen investieren von Arbeitskräftemangel betroffene Unternehmen verstärkt in Weiterbildung, bieten flexiblere Arbeitsmodelle an oder erhöhen die Löhne ihrer Mitarbeitenden.
Für die Unternehmen geht Arbeitskräftemangel mit Kosten und Risiken einher, wie zum Beispiel steigenden Personalkosten oder einer Limitierung der Produktion. Die Mehrheit, der befragten Unternehmen erwartet, dass sich die Schwierigkeiten bei der Suche nach Arbeitnehmenden in den nächsten fünf Jahren weiter verschärfen werden.
Der Umfang des persönlichen Arbeitseinsatzes sei grundsätzlich als individuelle Entscheidung jeder erwerbsfähigen Person zu respektieren, schreibt der Bundesrat. Wenn jedoch strukturelle Hürden oder Fehlanreize die Erwerbsbeteiligung einschränkten, könnten politische Massnahmen angezeigt sein. In der Schweiz existieren bereits verschiedene laufende sowie zu prüfende Massnahmen, um die Rahmenbedingungen stetig zu verbessern. Zu nennen seien insbesondere
Darüber hinaus sehe der Bundesrat derzeit keinen Handlungsbedarf.
Die Arbeitnehmenden in der Schweiz sind sehr unterschiedlich von der Corona-Krise getroffen worden. Das zeigt die Corona-Spezialbefragung des «Barometer Gute Arbeit».
Mehr Überstunden und Belastung weit über die Arbeitszeit hinaus: Für Schweizer Angestellte nimmt die Schwierigkeit zu, sich von der Arbeit abzugrenzen, heisst es im «Barometer gute Arbeit» im Auftrag des Gewerkschaftsdachverbands Travailsuisse. Insgesamt blieb die Arbeitsqualität hierzulande aber stabil.
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