Die grosse Überraschung, die keine ist
Die grösste Überraschung der Demografie ist nicht die Entwicklung selbst – sondern dass wir immer noch überrascht tun.
Die Zahl der Pensionierten nimmt schneller zu als die Erwerbsbevölkerung, weshalb die AHV-Finanzen in Schieflage sind. Seit geraumer Zeit werden daher Reformen diskutiert, aber ein Kompromiss blieb bisher aus. Eine Studie der UBS untersucht, ob die staatliche Vorsorge in Abwesenheit von Reformen langfristig auf das ursprüngliche Fundament – Kinder – bauen kann. Sich zur Rettung der 1. Säule einzig auf die Demografie zu verlassen, ist gemäss den Autoren unklug. Selbst eine bestenfalls moderate Erholung der Geburtenrate oder erhöhte Migration wäre kaum hilfreich. Ohne Reformen wären etwa fünf Kinder pro Frau nötig, um den AHV-Fonds bis 2070 wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die gegenwärtige Finanzierung der AHV sei nicht mehr zeitgemäss. Progressive Reformen seien gefragt, da die Zeit der Grossfamilien vorbei ist. So liessen sich Rentenalter, Beiträge und Leistungen auf der Grundlage demografischer Entwicklungen dynamisch und regelbasiert anpassen.
Die grösste Überraschung der Demografie ist nicht die Entwicklung selbst – sondern dass wir immer noch überrascht tun.
Ein Bündnis gegen AHV 21 hat am Dienstag das Referendum gegen die Reform der Altersvorsorge eröffnet. Deren geplante Hauptmassnahme ist die Erhöhung des Rentenalters für Frauen. Dagegen stemmen sich Gewerkschaften, Verbände, SP, Grüne und feministische Kollektive.
vps.epas | Postfach | CH-6002 Luzern | Tel. +41 41 317 07 07 | info@vps.epas.ch